06:39 22 November 2017
SNA Radio
    Militär

    Moskau: Gespräche über Raketenschild wegen altmodischer Haltung der Nato in Sackgasse

    Militär
    Zum Kurzlink
    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
    0 5 0 0

    Die Verhandlungen zwischen Russland und der Nato über den Raketenschild befinden sich heute laut Vizeaußenminister Alexander Gruschko in einer Sackgasse infolge der Weigerung des Westens, Moskau juristische Garantien dafür zu geben, dass die europäische Raketenverteidigung nicht gegen Russland gerichtet ist.

    Die Verhandlungen zwischen Russland und der Nato über den Raketenschild befinden sich heute laut Vizeaußenminister Alexander Gruschko in einer Sackgasse infolge der Weigerung des Westens, Moskau juristische Garantien dafür zu geben, dass die europäische Raketenverteidigung nicht gegen Russland gerichtet ist.

    „Nach dem heutigen Stand sieht die Situation vorerst nicht vielversprechend aus“, sagte der ranghohe Diplomat in einem Gespräch mit RIA Novosti. „Dennoch sind wir der Ansicht, dass im Interesse von Vereinbarungen Anstrengungen unternommen werden müssen.“

    Vorerst verringern sich aber die Aussichten für einen positiven Ausgang „mit jedem Tag“. „Bei uns herrscht das Gefühl, dass die USA und die Nato ihre eigene Tagesordnung auf diesem Gebiet umsetzen, obgleich wir dem Verhandlungs- und Konsultationsprozess nicht ausweichen“.

    Dem Zusammenwirken zwischen Russland und der Nato bei der Erörterung des europäischen Raketenschilds steht die „altmodische Logik“ der Allianz im Wege, so Gruschko. „Wenn wir uns zu diesem Bereich der Zusammenarbeit nicht einigen, wird das bedeuten, dass nach wie vor ideologische Herangehensweisen dominieren, die einer Verstärkung der Zusammenarbeit selbst im Bereich der gemeinsamen Interessen im Wege stehen.“

    Ein Scheitern dieser Verhandlungen würde „dem gesamten Komplex der Beziehungen zwischen Russland und der Nato einen Schlag versetzen“.

    „Einige Mitgliedsländer der Allianz sagen, dass sie kein Recht haben, ihre Sicherheit Russland anzuvertrauen, weil Russland kein Teil des kollektiven Verteidigungssystems sei, das mit dem 5. Artikel des Washingtoner Vertrags verbunden ist“, so der Vizeminister. „Uns erscheint diese Logik altmodisch. Sie entspricht überhaupt nicht den Prinzipien, die wir nicht nur im Rahmen des Russland-Nato-Rates verteidigen, sondern auch auf deren Grundlage wir auch unsere praktische Zusammenarbeit mit der Nato gestalten.“

    „Wenn man sich von der Ideologie leiten lässt, die 1949 entstanden ist, so wird das natürlich bedeuten, dass die Trennlinien zwischen Russland und der Nato weiterhin bestehen, und dass diese Trennlinien bereits quer durch die Sphären der gemeinsamen Interessen gezogen werden.“

    Zugleich wäre die Schaffung „eines gemeinsamen Raketenabwehrsystems in der Tat ein Schritt in Richtung einer Materialisierung der Prinzipien der Unteilbarkeit der Sicherheit und der Schaffung eines einheitlichen euroatlantischen Sicherheitsraums“, sagte Gruschko.

    Themen:
    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren