18:24 20 September 2018
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    Kalaschnikow AK-74

    Kalaschnikow AK-74 bekommt einhändigen Nachfolger

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    Der russische Waffenhersteller Ischmasch hat eine neue Maschinenpistole entwickelt, die einhändig bedient werden kann.

    Der russische Waffenhersteller Ischmasch hat eine neue Maschinenpistole  entwickelt, die einhändig bedient werden kann. 

    Die Nachfolgerin der berühmten Kalaschnikow AK-74, die das Verteidigungsministerium nicht mehr kaufen will, wird in den Ischewsker Maschinenbauwerken (Ischmasch) montiert und dem Militär in der ersten Dezember-Dekade präsentiert, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am 25. November. Wie die neue Maschinenpistole aussieht, werde bisher geheim gehalten, aber der Zeitung sei es gelungen, einige Details zu erfahren.

    Laut Konstrukteuren des Werkes ist die Hauptbesonderheit der Neuentwicklung ihre „Einhändigkeit“, das heißt die Möglichkeit, die Maschinenpistole mit einer Hand zu handhaben.

    „Wenn der Soldat verletzt oder seine andere Hand mit etwas beschäftigt ist, wird er trotzdem mit der Maschinenpistole alle Handlungen durchführen können  - entsichern, den Verschluss betätigen und sogar das Magazin wechseln“, erläuterte ein Konstrukteur.

    Das Militär steht der Neuentwicklung bislang skeptisch gegenüber. Bisher habe die Maschinenpistole noch niemand gesehen, äußerte ein ranghoher Vertreter des Generalstabes. „Aber nach jenen Konstruktionslösungen zu urteilen, die uns auf Zeichnungen gezeigt wurden, gibt es nichts grundsätzlich Neues: dasselbe Gasrohr und derselbe Kolben. Folglich wird es denselben Rückstoß geben“, hieß es, und das Problem des seitlichen Verziehens bleibe ebenso bestehen. 

    Die Konstrukteure gaben zu, dass die Maschinenpistole trotz wesentlicher Änderungen in der Formgestaltung äußerlich dem Vorgängermodell ähneln werde. Das Magazin jedoch werde größer sein und bis zu 60 Patronen fassen. Die Waffe sei außerdem ergonomischer geworden.

    Neu sind die auf die einhändige Bedienung angepasste Schulterstütze, Tragegriff und Sicherung sowie ein Mechanismus für den Magazinwechsel in Bewegung.

    „Bei allen Änderungen gelang es uns, die Zuverlässigkeit und die Störungsfreiheit der Maschinenpistole beizubehalten“, teilte Chefkonstrukteur Wladimir Slobin der „Iswestija“ mit.

    Die neue Maschinenpistole ist mit einem Bajonett, einer Vorrichtung für ein unter dem Lauf angebrachten Gewehrgranatgerät und Befestigungen für alle Arten von Zielanweisungsgeräten ausgerüstet.

    Dabei wird die Maschinenpistole die Masse ihrer Vorgängerin praktisch beibehalten und etwa 3,3 Kilogramm wiegen.

    Der Konstrukteur erläuterte, dass eine drastische Verringerung der Masse der Maschinenpistole sich auf ihre Daten - insbesondere die Trefferdichte -  negativ auswirken könne und zu einer unannehmbaren Reduzierung ihrer Nutzungsdauer führen würde.

    Trefferdichte und Schussweite der neuen Kalaschnikow  werden nicht genannt.  Diese Daten müssen erst bei Tests festgestellt werden. Die Konstrukteure sind jedoch sicher, dass diese Parameter viel besser sein werden als bei den vorangegangenen Kalaschnikow-MPi-Modellen.

    „Derzeit erfolgt die Montage der Maschinenpistole, deren Arbeitsname AK-12 lautet. Alle Teile sind fertig. Im Dezember wird das Versuchsmuster hergestellt. Bis zum Jahreswechsel werden im Werk die ersten Schießtests durchgeführt“, teilte Slobin der „Iswestija“ mit.

    Es ist geplant, auf Basis der AK-12 eine ganze Baureihe von automatischen Gewehren zu entwickeln - von kurzen Gewehren für eine Spezialeinheit bis hin zu einem Maschinengewehr-Komplex für die Infanterie.

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