13:38 29 Juli 2017
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    Ein nuklearer Sprengkopf

    Russland baut 100-Tonnen-Rakete gegen US-Raketenschild

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    Militär
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    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
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    Russland baut eine neue 100 Tonnen schwere Interkontinentalrakete, die in der Lage sein soll, den künftigen US-Raketenschild zu durchbrechen. Dies teilte der Befehlshaber der Strategischen Raketentruppen, Sergej Karakajew, am Freitag mit.

    Russland baut eine neue 100 Tonnen schwere Interkontinentalrakete, die in der Lage sein soll, den künftigen US-Raketenschild zu durchbrechen. Dies teilte der Befehlshaber der Strategischen Raketentruppen, Sergej Karakajew, am Freitag mit.

    Die Entscheidung über den Bau einer neuen bunkergestützten Flüssigtreibstoffrakete sei bereits gefallen, sagte der General. Sie solle die weltweit stärkste Interkontinentalrakete R-36M2 Wojewoda (Nato-Code SS-18 „Satan“) ersetzen.

    Wenn die USA auch im Weltraum Abfangraketen stationierten würden, würde das Potential der jetzigen Festtreibstoffraketen nicht ausreichen, um dieses Abwehrsystem zu durchbrechen, sagte der General. Dazu wäre nur eine 100 Tonnen schwere Flüssigtreibstoffrakete in der Lage, weil sie ein besseres Nutzlast-Startmasse-Verhältnis habe.

    Bereits die frühere US-Administration unter Präsident George W. Bush wollte eine Radaranlage in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen stationieren, um Europa angeblich vor iranischen Raketen zu verteidigen. Diese Pläne stießen auf den Widerstand Moskaus: Russland drohte als Gegenschritt in der Ostseeexklave Kaliningrad Kurzstreckenraketen vom Typ Iskander aufzustellen.

    US-Präsident Barack Obama legte nach seinem Amtsantritt im Januar 2008 die ABM-Pläne vorübergehend auf Eis. Nach dem neuen Plan soll der Aufbau des Systems 2015 beginnen und fünf Jahre dauern. Bis dahin sollen amerikanische Kriegsschiffe mit Abfangraketen und Radaren in Nord- und Südeuropa patrouillieren.

    Im November 2010 einigten sich Russland und die Nato auf eine Kooperation bei der Raketenabwehr in Europa. Die Verhandlungen verliefen jedoch im Sand, weil die USA die Forderung Russlands abgelehnt haben, rechtsverbindlich zu garantieren, dass der entstehende Raketenschirm nicht Russlands Atomraketen zum Ziel hat.

    Im November dieses Jahres gab Russlands Staatschef Dmitri Medwedew eine Reihe von militärischen Maßnahmen bekannt, um den entstehenden US-Raketenschild in Europa zu neutralisieren. Das Paket reicht von der Aufstellung neuer Angriffswaffen über die Modernisierung der Atomraketen bis zu einem möglichen Ausstieg aus den Abrüstungsverträgen.

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