21:10 13 Dezember 2018
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    Raketenabwehr-Streit: Moskau sieht neuen Vorstoß skeptisch – "Kommersant"

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    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
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    Moskau scheint der Initiative der Münchner Sicherheitskonferenz zur Schlichtung des Raketenabwehr-Streits nichts abzugewinnen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Montag.

    Moskau scheint der Initiative der Münchner Sicherheitskonferenz zur Schlichtung des Raketenabwehr-Streits nichts abzugewinnen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Montag.

    Ein diesbezüglicher Vortrag der so genannten Euroatlantischen Sicherheitsinitiative (Euro-Atlantic Security Initiative, EASI) sollte eines der wichtigsten Themen der 48. Münchner Sicherheitskonferenz werden. An der EASI sind Experten aus Russland, den USA und den EU-Ländern beteiligt, darunter Russlands Ex-Außenminister Igor Iwanow, der frühere deutsche Diplomat Wolfgang Ischinger und der ehemalige US-Senator Sam Nunn.

    Nach Auffassung der EASI könnte die Raketenabwehr-Kooperation, die die Beziehungen zwischen Russland und den USA bzw. der Nato am stärksten belasten, die Neustart-Politik wiederbeleben.

    Technisch wäre ein Kompromiss wie folgt zu erreichen: Es sollen Zentren für Datenaustausch über Raketenstarts errichtet werden, in denen Spezialisten aus Russland und den Nato-Ländern arbeiten würden.

    Diese Datenzentren sollen in denen bei Moskau und Warschau befindlichen Stationen eingerichtet werden, die 2002 im Rahmen der Russland-Nato-Initiative zur Luftraum-Kooperation gegründet wurden. Es wird erwartet, dass die beiden neuen Zentren im Mai eröffnet werden.

    Ein Zusammenschluss der Datenzentren kommt allerdings nicht infrage. Der EASI zufolge könnten bzw. sollten sich Russland und die Nato Mechanismen überlegen, um feindliche Raketen abzuschießen.

    Laut der EASI könnten US-Satelliten und seegestützte Aegis-Lenkwaffensysteme, mobile Radaranlagen TPY-2 und SM-3-Raketen zum Einsatz kommen. Die russische Seite könnte Satelliten und Radaranlagen in Armawir (Region Krasnodar) und Gabala (Aserbaidschan), see- und bodengestützte Raketen S-300, S-400 und in der Perspektive S-500 zur Verfügung stellen.

    Einige Ideen der EASI hatten Moskau und Washington bereits initiiert. Die Amerikaner hatten bereits den Aufbau der Datenzentren vorgeschlagen, während die Russen eine sektorale Raketenabwehr ins Gespräch gebracht hatten.

    Russlands Reaktion auf die EASI-Vorschläge war eher zurückhaltend. „Ich habe den Vortrag gelesen“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow. „Dass der Aufbau eines gemeinsamen Sicherheitsraums besprochen wird, lässt sich nur begrüßen. Der Teufel steckt aber im Detail“, betonte der Chefdiplomat.

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