20:28 07 April 2020
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    Die russische Armee beginnt in diesem Jahr mit einer umfassenden Umrüstung. Massive Neuanschaffungen sind bei der Luft- und Weltraumverteidigung sowie bei den Raketentruppen, der Luftwaffe und der Marine geplant.

    Die russische Armee beginnt in diesem Jahr mit einer umfassenden Umrüstung. Massive Neuanschaffungen sind bei der Luft- und Weltraumverteidigung sowie bei den Raketentruppen, der Luftwaffe und der Marine geplant.

    Die bevorstehende Umrüstung gilt als die wichtigste Etappe der bereits seit dreieinhalb Jahren laufenden Militärreform. Im Rahmen der ersten Reformetappe wurden unter anderem der Führungsapparat der Streitkräfte halbiert, die schwerfälligen Divisionen und Regimenter durch agilere Brigaden ersetzt und so die Entscheidungskette verkürzt. Bis 2017 soll die Zahl der Vertragssoldaten von gegenwärtig 186000 auf 425000 steigen, was fast die Hälfte der Gesamtstärke der Streitkräfte (rund eine Million Mann) entspricht.

    Luftwaffe und Luftabwehr

    Als Antwort auf den entstehenden US-Raketenschild in Europa fusionierte Russland seine Luftabwehr und Weltraumtruppen zu einer neuen Waffengattung: Luft- und Weltraumverteidigung, die in den nächsten Jahren rund 100 Militärsatelliten bekommen soll, aber auch die neusten Raketenabwehr-Systeme S-400 und S-500.

    Darüber hinaus wurden sieben große Luftwaffenstützpunkte eingerichtet, 28 Militärflugplätze wurden modernisiert. Die Luftwaffe soll bis zum Jahr 2020 mehr als 600 moderne Kampfjets, darunter auch 60 Jäger der 5. Generation T-50 sowie über 1000 Hubschrauber bekommen, und darüber hinaus 38 Luftabwehr-Raketensysteme Witjas sowie zehn Systeme Panzir-S1.

    Verstärkung bei den Interkontinentalraketen

    Bereits im November gab Russlands Staatschef Dmitri Medwedew eine Reihe von militärischen Maßnahmen bekannt, um den entstehenden US-Raketenschild in Europa zu neutralisieren. Das Paket reicht von der Aufstellung neuer Angriffswaffen über die Entwicklung von Atomsprengköpfen mit großem Durchschlagvermögen bis zu einem möglichen Ausstieg aus den Abrüstungsverträgen.

    Unter anderem soll eine 100 Tonnen schwere Interkontinentalrakete entwickelt werden, die in der Lage sein soll, den künftigen US-Raketenschild zu durchbrechen. Laut dem Befehlshaber der Strategischen Raketentruppen, Sergej Karakajew, ist die Entscheidung über den Bau einer neuen bunkergestützten Flüssigtreibstoffrakete bereits gefallen. Sie solle die weltweit stärkste Interkontinentalrakete R-36M2 Wojewoda (Nato-Code SS-18 „Satan“) ersetzen. Zugleich werde an einer neuen Festtreibstoff-Langstreckenrakete gebaut, die bereits 2015 — als Ersatz für die Topol und Jars — den Dienst antreten solle.

    In den nächsten zehn Jahren erwarten die russischen Raketentruppen insgesamt mehr als 400 moderne Interkontinentalraketen. Der Anteil der neuen Technik soll bis 2020 von gegenwärtig 30 auf 97 Prozent steigen.

    Marine

    Für die Umrüstung der Marine will Russland bis 2020 rund 4,7 Billionen Rubel (über 117 Milliarden Euro) ausgeben. Acht mit Kernwaffen ausgerüstete Atom-U-Boote, rund 20 Mehrzweck-U-Boote sowie mehr als 50 Schiffe sollen gebaut werden. Französische Hubschrauberträger des Typs Mistral sollen die russische Pazifikflotte verstärken. Bereits in diesem Jahr soll die Marine zwei erste strategische Atom-U-Boote sowie die neuartige seegestützte Interkontinentalrakete des Typs Bulawa in Dienst stellen. Zudem soll ein neuer Flugzeugträger gebaut werden.

    Panzer und Raketen für das Heer

    Die Landstreitkräfte, die gegenwärtig mehr als 100 allgemeine und Spezialbrigaden umfassen, sollen bis zum Jahr 2015 eine erste Arktis-Brigade aufstellen. In jedem der vier Militärbezirke sollen hochmoderne Ausbildungszentren mit Laser-Simulatoren entstehen.

    Bis zum Jahr 2020 sollen die Landstreitkräfte zudem zehn Kurzstrecken-Raketensysteme „Iskander-М“, mehr als 2300 neue Panzer, rund 2000 Panzerhaubitzen und Geschütze sowie etwa 17 000 Fahrzeuge geliefert bekommen. Unter anderem werden ein grundsätzlich neuer Panzer des Typs „Armata“ sowie der Schützenpanzer „Bumerang“ erwartet.

    Sergej Pirogow

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