17:59 16 Dezember 2018
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    Russland stärkt Raketenschild – "Rossijskaja Gaseta"

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    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
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    Die russischen Luftabwehrkräfte werden trotz den großen Verlusten der 1990er Jahre und den Problemen um die Radaranlagen in Aserbaidschan und der Ukraine weiter gestärkt, schreibt die Zeitung "Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag.

    Die russischen Luftabwehrkräfte werden trotz den großen Verlusten der 1990er Jahre und den Problemen um die Radaranlagen in Aserbaidschan und der Ukraine weiter gestärkt, schreibt die Zeitung "Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag.

    Das sagte der für die Rüstungsindustrie zuständige Vizepremier Dmitri Rogosin auf einer Beratung der Arbeitsgruppe für die Raketenabwehr-Kooperation mit der Nato in Kaliningrad.

    Zuvor hatte er die neue Radaranlage Woronesch-DM besichtigt, die Ende 2011 im Gebiet Kaliningrad aufgestellt worden war. Sie soll dem Westen beweisen, dass Russland nach wie vor imstande ist, schwierige technologische Aufgaben bei der Festigung der eigenen Sicherheit zu lösen.

    Ein ähnliches Radarsystem (Woronesch-M) ist auch im Gebiet Leningrad stationiert. Eine weitere Woronesch-DM in Armawir (Region Krasnodar) ist für die Beobachtung des Raums von Südeuropa bis Nordafrika zuständig. In diesem Jahr ist zudem die Inbetriebnahme einer Radaranlage der Modifikation Woronesch-WP im Gebiet Irkutsk geplant. Weitere Stationen sollen auch in der Republik Komi und Gebiet Murmansk aufgestellt werden.

    Als besonders gefährlich galt in Russland bzw. in der Sowjetunion die westliche und nördliche Richtung. Jetzt sind sie allerdings zuverlässig gedeckt werden. Demnächst soll auch der ganze Arktis-Sektor bis zur Halbinsel Tschukotka vor unangenehmen „Überraschungen“ beschützt werden.

    Die Entwicklung der neuen Raketenabwehrsysteme des Typs 77Ja6 mit den Chiffren M, DM, WP ist für die russische Raketenabwehrbranche wirklich revolutionär.

    Die UdSSR hatte mehrere starke Radarsysteme der Typen Dnepr, Darjal, Don, deren Reichweite mehrere Tausend Kilometer erreichte, die an Grenzabschnitten stationiert waren und jegliche Raketengefahren unter Kontrolle hatten.

    Das waren gigantische Einrichtungen, die umgerechnet Dutzende Milliarden Dollar teuer waren. So waren für den Radarkomplex Don-2N im Gebiet Moskau insgesamt 32 000 Tonnen Metall, 50 000 Tonnen Beton, 20 000 Kilometer Kabel und mehrere Hunderte Kilometer Metallröhre erforderlich.

    Die enormen Ausgaben waren aber gerechtfertigt. Die Amerikaner entschieden sich einmal für ein Experiment: Von einer Shuttle wurden mehrere Metallkugeln mit dem Durchmesser von fünf Zentimetern ins All geworfen. US-Radarstationen konnten diese Kugeln nicht entdecken. Nur die sowjetische Anlage Don-2N war dazu fähig.

    Nach dem UdSSR-Zerfall hat Russland die in den anderen früheren Sowjetrepubliken gelegenen Radarkomplexe so gut wie verloren. Um die Anlagen in den ukrainischen Mukatschowo und Sewastopol entstehen immer wieder Probleme. Unklar bleiben die Perspektiven der Radaranlage in Gabala (Aserbaidschan). Zwischen 1995 und 1999 wurden zwei Radarstationen der Typen Darjal-UM und Dnepr-M in Lettland abgerissen.

    De facto verfügt Russland nun neben der Don-2N im Gebiet Moskau über nur drei Frühwarn-Radaranlagen, von denen zwei außerhalb des Landes liegen – in Gabala und Baranowitschi (Weißrussland).

    Neue Frühwarn-Radarsysteme werden seit den 1990er Jahren entwickelt. Neben dem bereits erprobten System Woronesch könnte in absehbarer Zeit das prinzipiell neue Mehrzweck-System Mars entstehen.

    Das Woronesch-Modell hat ähnliche technische Daten wie die sowjetischen Systeme Dnepr-M und Darjal, verbraucht jedoch weniger Strom (nur 0,7 Megawatt statt 50 Megawatt bei Darjal).

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