10:13 11 Dezember 2017
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    Russland und USA tauschen Raketen-Daten aus - „Rossijskaja Gaseta“

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    START-Vertrag (287)
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    Moskau und Washington haben den Austausch von telemetrischen Daten über Raketenstarts vorgenommen, schreibt die Zeitung "Rossijskaja Gaseta" am Mittwoch.

    Moskau und Washington haben den Austausch von telemetrischen Daten über Raketenstarts vorgenommen, schreibt die Zeitung "Rossijskaja Gaseta" am Mittwoch.

    Wie der Sprecher des US-Außenministeriums, Jamie Mannina, vor kurzem mitteilte, hatte der erste Austausch von telemetrischen Daten über die Starts von ballistischen Raketen in der vorigen Woche stattgefunden. Das ist nach seinen Worten in dem von den Präsidenten Dmitri Medwedew und Barack Obama 2010 unterzeichneten neuen START-Vertrag vorgesehen. Russischen Experten seien Informationen über den Start einer Trident-II-Rakete im vorigen Jahr von einem U-Boot zur Verfügung gestellt worden. Das Pentagon habe ähnliche Informationen aus Russland erhalten.

    Der Sprecher präzisierte nicht, um welchen Raketenstart in Russland es sich handelte. Quellen zufolge kommt der Start einer schweren Interkontinentalrakete vom Typ RS-20 Wojewoda (Nato-Code: Satan) in Frage.

    Obwohl Moskau und Washington die Tests von strategischen Waffen ständig verfolgen, ist der freiwillige Informationsaustausch eine Vertrauensgeste. Laut dem START-Vertrag sollten die Seiten fünf Mal pro Jahr Daten über ihre Raketenstarts austauschen. Alle militärtechnischen Geheimnisse werden natürlich nicht verraten.

    Die telemetrischen Daten betreffen nur die Zeit bis zur Abtrennung des Sprengkopfes von der Trägerrakete. Was damit weiter passiert, wie er das Ziel ortet und die feindliche Raketenabwehr überwindet, bleibt geheim. Der teilweise Informationsaustausch ist nötig, damit die beiden Seiten wissen, in welcher Richtung und mit welcher Geschwindigkeit eine fremde Rakete fliegt und dementsprechend ihre Abwehr einrichten.

    Dieser Punkt wurde im START-Vertrag auf Initiative der Amerikaner vereinbart. Ursprünglich war Russlands Generalstab der Auffassung, dass ein solcher Informationsaustausch gefährlich für die nationale Sicherheit wäre. Letztendlich wurde aber der teilweise Datenaustausch vereinbart. Wichtig ist auch, dass die Informationen nur über Starts von älteren Raketen veröffentlicht werden.

    Wenn man bedenkt, dass die US-Raketen Trident II und Minuteman seit vielen Jahren verwendet werden und neuere Raketen über dem Großen Teich nicht entwickelt werden, dann sieht man, dass dieser Informationsaustausch für Russland kaum schädlich ist. Wie der frühere Stabschef der strategischen Raketentruppen, Viktor Jeslin, sagte, die Hauptsache ist, dass Russland keine Informationen über die Starts der neuesten Topol-M, Jars und Bulawa den Amerikanern bereitstellen muss.

    Darüber hinaus informieren Moskau und Washington einander zwei Mal im Jahr über den Zustand ihrer strategischen Atomkräfte. Im Sinne des START-Vertrags darf jede Seite im Jahr 2017 höchstens 1500 boden-, see- und luftgestützte Atomsprengköpfe sowie bis zu 700 entfaltete Trägermittel haben. Laut Quellen hatten die USA am 1. März 1737 Atomsprengköpfe und 812 Trägereinheiten. In Russland lagen diese Zahlen jeweils bei 1492 und 494.

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