04:35 17 Dezember 2018
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    Säbelrasseln auf hoher See: Russland und China ziehen ins Manöver – „Nesawissimaja Gaseta“

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    Russland und China lassen im Gelben Meer ihre Muskeln spielen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Russland und China lassen im Gelben Meer ihre Muskeln spielen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Die Seestreitkräfte der beiden Länder haben gestern ein Manöver begonnen, bei dem das Zusammenwirken in Bereichen wie Luftabwehr, Marineversorgung, U-Boot-Abwehr usw. geübt wird.

    An dem Manöver, das in zwei Phasen verläuft und am 27. April beendet wird, sind mehrere Schiffe der  russischen Pazifik-Flotte beteiligt, darunter der Raketenkreuzer „Warjag“, die großen U-Boot-Abwehrschiffe „Admiral Winogradow“, „Marschall Schaposchnikow“ und „Admiral Tribuz“ (das letzte Schiff gehört der Nordflotte) sowie zwei Versorgungsschiffe. China schickte zwei U-Boote und 16 Kriegsschiffe zur Übung.

    Wie der Vizechef des Hauptstabs der russischen Seestreitkräfte, Konteradmiral Leonid Suchanow, mitteilte, werden dabei Methoden zur Vorbeugung von Militärkonflikten in ausschließlichen Wirtschaftszonen geübt. Der Informationsaustausch zwischen den Manöverteilnehmern werde ausschließlich in russischer Sprache erfolgen, betonte er.

    Seit 2005 hatten bis dato vier russisch-chinesische Marinemanöver stattgefunden. Sie verliefen allerdings unter der Schirmherrschaft der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ), der auch Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan angehören.

    Moskau und Peking hatten diese Übung schon seit langem geplant. Experten führen sie jedoch auf die jüngsten Aktivitäten der US-Seestreitkräfte im Pazifik zurück. Chinas Verteidigungsministerium hatte Washington vor kurzem davor gewarnt, sich in die Auseinandersetzungen zwischen der Volksrepublik und ihren Nachbarländern einzumischen.

    Peking erhebt Gebietsansprüche auf den größten Teil des Südchinesischen Meeres, wo sich viele unbewohnte Inseln befinden, während Vietnam, die Philippinen und mehrere andere südostasiatische Länder das bestreiten. Ein weiterer Konfliktfaktor ist die Tatsache, dass die Länder in ihren ausschließlichen Wirtschaftszonen das Recht auf die Erschließung der dortigen Bodenschätze haben.

    Die USA stellten sich auf die Seite der Philippinen. Die Seestreitkräfte der beiden Staaten halten zurzeit ein gemeinsames Manöver in dem umstrittenen Gebiet ab, das insgesamt zwei Wochen dauern soll.

    Die Reaktion Pekings ließ nicht lange auf sich warten. „Wer nicht blind ist, hat schon längst verstanden, dass solche Übungen den Weg zu einer militärischen Konfrontation ebnen“, hieß es in einer Stellungnahme des chinesischen Verteidigungsministeriums. Washington würde mit seinem Vorgehen „nur Chaos im Südchinesischen Meer anrichten, warnte das chinesische Militär.

    Jakow Berger vom russischen Fernost-Institut stellte in Bezug auf das Manöver fest, dass Moskau und Peking keine Militärverbündeten seien. Allerdings betonte er, dass diese Übung „sehr zur rechten Zeit“ komme. „Die Verteidigung der eigenen Interessen auf der hohen See ist einer der wichtigsten Aspekte der Strategie Chinas. Russlands Kräfte sind geringer, aber auch wir müssen Militärpräsenz in unseren Grenzgewässern zeigen.“ Zugleich soll dieses Manöver dem Experten zufolge „die Sinnlosigkeit der Versuche zeigen, Konflikte zwischen Russland und China zu provozieren“.

    Moskau und Peking würden zunehmend einem Druck von außen ausgesetzt sein, so Berger. Die Aufstellung der US-amerikanischen Raketenabwehr in Europa und Washingtons Aktivitäten in Asien zwingen Russland und China zu einer Intensivierung ihrer Militärkooperation. „Chinesische Militärexperten sprechen sich häufiger für ein Militärbündnis mit Russland aus. Das ist aber keine offizielle Meinung“, stellte er fest. Angesichts dessen sollte Moskau „eine ausgewogene Politik verfolgen und seine Interessen in den Beziehungen sowohl mit China als auch mit den USA verteidigen“, schlussfolgerte er.

     

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