01:55 14 November 2018
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    Russlands Verteidigungsminister: Europäischer Raketenschild wird notfalls vernichtet - MEHR

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    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
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    Russland kann laut dem amtierenden Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow operativ-taktische Raketen vom Typ Iskander zur Vernichtung von Teilen des amerikanischen Raketenabwehrsystems einsetzen.

    Russland kann laut dem amtierenden Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow operativ-taktische Raketen vom Typ Iskander zur Vernichtung von Teilen des amerikanischen Raketenabwehrsystems einsetzen.

    Bei der jüngsten internationalen Raketenschild-Konferenz in Moskau „haben wir erneut darauf verwiesen, dass das europäische Raketenabwehrsystem bei uns bestimmte Besorgnisse hervorruft“, sagte Serdjukow am Freitag auf die Journalistenfrage, wie Russland auf die geplante Aufstellung des europäischen Raketenschildes reagieren werde. „Dementsprechend werden wir das Raketenabwehrsystem vernichten.“

    Danach gefragt, ob neue Mittel zur Überwindung des amerikanischen Raketenabwehrsystems erforderlich sein würden, sagte der amtierende Minister, die bereits bestehenden Waffen seien in der Lage, diese Aufgabe zu meisten. „Die Iskander-Raketen etwa können dafür eingesetzt werden, um die Mittel zu neutralisieren, die unsere Raketen behindern könnten“, hieß es.

    Auf die jüngste internationale Raketenschild-Konferenz in Moskau zurückkommend sagte Serdjukow, die russische Seite erwarte nun von den Amerikanern konkrete Vorschläge. „Wir werden abwarten, was sie uns vorschlagen… „Wenn sie uns juristisch verbindliche Garantien (der Nichtanwendung des Systems gegen die russischen Raketen) vorlegen, werden wir bereit sein, das mit anderen Augen zu sehen. Bisher haben sie uns alles nur verbal versprochen.“

    „Auf der Konferenz wurde geäußert, dass sie bereit seien, irgendwelche Vorschläge vorzubereiten“, fügte Serdjukow hinzu.

    Die USA hatten bereits unter Präsident George W. Bush angekündigt, eine Radaranlage in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen zu stationieren, nach eigener Darstellung, um Europa vor iranischen Raketen zu verteidigen. Diese Pläne stießen bei Russland auf heftigen Widerstand.

    US-Präsident Barack Obama legte nach seinem Amtsantritt 2008 die ABM-Pläne vorübergehend auf Eis. Nach dem neuen Konzept soll der Aufbau des Systems 2015 beginnen und fünf Jahre dauern. Bis dahin sollen amerikanische Kriegsschiffe mit Aegis-Lenkwaffen und Radaren in Nord- und Südeuropa patrouillieren. Das Luftabwehrsystem in Europa soll die beiden bestehenden US-Raketenschirme auf Alaska und in Kalifornien verstärken. De facto bedeutet das den Aufbau eines globalen Raketenabwehrsystems, das den jetzigen Kräfteausgleich in der Welt zerstört. Russland besitzt nur einen strategischen Raketenschirm, der die Hauptstadt Moskau schützt.

    Die Nato beschloss im November 2010 bei ihrem Gipfel in Lissabon, die Raketenabwehrsysteme der europäischen Nato-Mitglieder sowie der USA zu vereinen. Obwohl sich Russland und die Nato auf eine Kooperation einigten, verliefen die Verhandlungen im Sande, nicht zuletzt, weil die USA die Forderung Russlands abgelehnt haben, rechtsverbindlich zu garantieren, dass der entstehende Raketenschirm nicht Russlands Atomraketen zum Ziel hat.

    Russlands Staatschef Dmitri Medwedew gab im November 2011 eine Reihe von militärischen Gegenmaßnahmen bekannt, um den entstehenden Raketenschild im Kriegsfall neutralisieren zu können. Das Paket reicht von der Aufstellung neuer Angriffswaffen über die Modernisierung der Atomraketen bis zu einem möglichen Ausstieg aus den Abrüstungsverträgen.

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