08:27 12 Dezember 2018
SNA Radio
    Militär

    Russischer CIA-Agent zu 18 Jahren Haft verurteilt – „Kommersant“

    Militär
    Zum Kurzlink
    0 01

    Ein Moskauer Militärgericht hat am Mittwoch den 61-jährigen Ex-Oberst des Inlandsgeheimdienstes FSB wegen Landesverrat zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Ein Moskauer Militärgericht hat am Mittwoch einen 61-jährigen Ex-Oberst des Inlandsgeheimdienstes FSB wegen Landesverrat zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Laut den russischen Behörden hatte der Angeklagte Valeri Michailow seit 2001 mit Agenten des US-Auslandsgeheimdienstes CIA in Moskau in Kontakt gestanden, die er mit Staatsgeheimnissen versorgte. Als 2007 beim FSB ein Informationsleck entdeckt wurde, ging Michailow in Pension. Bevor der russische Geheimdienst Michailow nach der Auswertung von Überwachungsvideos und anderen Daten als Spion identifiziert hatte, wanderte Michailow mit seiner Familie in die USA aus.

    2010 wurde Michailow unter einem falschen Vorwand nach Moskau gelockt. Am 7. September wurde er in seiner Moskauer Wohnung festgenommen. Er bekannte sich schuldig und gab zu, dass er binnen sechs Jahren von dem CIA mehr als zwei Millionen US-Dollar erhalten hatte.

    Michailow will nach Absprache mit seinem Anwalt eine Entscheidung über eine Berufung gegen das Urteil treffen. Nach „Kommersant“-Informationen hofft Michailow, der beim CIA als einer der wichtigsten Agenten gilt, darauf, dass Washington ihn gegen einen russischen Spion austauscht.

    Experten sind der Ansicht, dass die vielen Spionage-Prozesse in Russland mit dem Fall Viktor Bout im Zusammenhang stehen können. „Eine plötzliche Aktivität der russischen Gegenaufklärung fällt mit zahlreichen Forderungen Moskaus, dass Viktor Bout nach Russland zurückkehren muss, zusammen“, so Professor Joseph Fitsanakis vom King College in den USA. „Ich bin der Meinung, dass solch ein Austausch sehr wahrscheinlich ist. Die US-Geheimdienste bekunden stets, dass sie ihre ehemaligen und aktuellen Mitarbeiter nicht aufgeben und alles tun, um in Not geratenen Agenten und ihren Familien zu helfen. Fitsanakis zufolge ist der neue Spionskandal und der Austausch der Agenten schlecht für das Weiße Haus. „Nach den US-Präsidentschaftswahlen ist ein solcher Austausch nicht ausgeschlossen“, unterstrich er.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren