06:55 19 Juni 2018
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    Russlands Verteidigungsminister in China: Im Clinch über Copyright - „Nesawissimaja Gaseta“

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    Russlands neuer Verteidigungsminister Sergej Schoigu ist am Dienstag in China zu Gesprächen über die militärtechnische Zusammenarbeit eingetroffen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Russlands neuer Verteidigungsminister Sergej Schoigu ist am Dienstag in China zu Gesprächen über die militärtechnische Zusammenarbeit eingetroffen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    „Geplant ist, die Kontakte beider Länder im militärischen Bereich im scheidenden Jahr zu bilanzieren und die vorrangigen Ziele der Kooperation zu bestimmen“, sagte Schoigus Sprecherin Darja Satulina.

    Es ist Schoigus erster Auslandsbesuch als Verteidigungsminister.

    Die Beziehungen zwischen Moskau und Peking im militärtechnischen Bereich sind nicht mehr so rosig, obwohl offiziell immer das Gegenteil behauptet wird. China ist aber nach wie vor einer der wichtigsten Rüstungsabnehmer Russlands. Um 2000 nahm Russland jedes Jahr zwischen 1,8 und zwei Milliarden Dollar aus dem Waffenhandel mit China ein. Russische Unternehmen hatten 200 Kampfjets Su-27SK und SU-30MKK geliefert und deren Produktionslizenz an China verkauft. Zudem versorgte Russland China mit den Flugabwehrsystemen S-300PMU1 und Tor-M1 und mit mehr als zehn Diesel-U-Booten. Zudem baute Russland mehrere Zerstörer der „Sowremennij“-Klasse für die chinesische Marine. Zusammen mit den Zerstörern wurden acht U-Boot-Jagd-Hubschrauber Ka-27 und Ka-28 geliefert. Darüber hinaus wurden Verträge zur Lieferung des Luftabwehrsystems S-300PMU für Schiffe und AL-31F-Triebwerke für chinesische Kampfjets abgeschlossen.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Doch in letzter Zeit entstanden viele Unstimmigkeiten im Waffenhandel. Großen Ärger gab es um die Lieferung von 34 Kampf- und Transportflugzeugen Il-76MD und vier Tankflugzeugen im Wert von 1,5 Milliarden Dollar. Die Maschinen sollten vor Jahren in einem Werk in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gebaut werden. Dann stellte sich jedoch heraus, dass das Werk diesen Auftrag nicht erfüllen kann. Seitdem hängt der Auftrag in der Luft. Moskau hatte China in der Zwischenzeit drei Transportflugzeuge zum Kauf angeboten. Nach Angaben der „Nesawissimaja Gaseta“ hat China diesen Vorschlag angenommen.

    Es gab auch Fragen in Bezug auf die Lieferung der RD-33-Triebwerke für die chinesischen Kampfjets FC-1. Pakistan wird mit diesen Kampfjets unter dem Namen JF-17 beliefert. Russland befürchtet, dass Indien als wichtiger Waffenabnehmer negativ darauf reagieren wird. Indien ist beunruhigt über die wachsende Militärstärke Pakistans. Doch wie es in der russischen Behörde für militärtechnische Kooperation hieß, liegt der chinesische Kampfjet JF-17 nach den taktisch-technischen Daten hinter dem russischen Kampfjet Su-30MKI zurück, der an Indien geliefert wird.


    Zudem gibt es ein weiteres Problem. China baut russische Rüstungen nach, ohne dafür die Lizenz zu haben. Obwohl Moskau und Peking 2008 den gegenseitigen Schutz der Urheberrechte vereinbart hatten, ist es beinahe unmöglich, den Chinesen nachzuweisen, dass sie die Waffen kopieren. Darüber hinaus macht China Russland  Konkurrenz als Waffenlieferant. All diese Fragen sollen bei den Verhandlungen zwischen Schoigu und seinen chinesischen Kollegen erörtert werden.