06:55 30 September 2016
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Experten: London wird in jedem Fall in Syrien-Operation einsteigen

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Nach der Entscheidung des britischen Parlaments, dem militärischen Einsatz in Syrien nicht zuzustimmen, wird Großbritannien nach Expertenansicht in jedem Fall eine Möglichkeit finden, in die Militäroperation in dem arabischen Land einzusteigen.

Nach der Entscheidung des britischen Parlaments, dem militärischen Einsatz in Syrien nicht zuzustimmen, wird Großbritannien nach Expertenansicht in jedem Fall eine Möglichkeit finden, in die Militäroperation in dem arabischen Land einzusteigen.

Britannien werde diese Operation (Invasion Syriens durch westliche Länder) nicht unbeteiligt beobachten, sagte der Präsident der Akademie für geopolitische Probleme, Leonid Iwaschow, am Montag auf einer Pressekonferenz in Moskau. "London versorgt bereits die Extremisten massiv mit Waffen. In britischen Lagern auf dem Territorium Jordaniens bilden Instrukteure Extremisten aus. Natürlich werden auch britische Geheimdienste mitmachen", sagte er.

Iwaschow stimmte Professor Leonid Sjukijajnen von Moskauer Wirtschaftshochschule zu. "Ich denke, dass Großbritannien der gesamten Logik nach nicht abseits stehen, sondern im Fahrwasser der USA schwimmen wird. Dabei wird der Beschluss des Parlaments in London quasi eingehalten und zugleich irgend eine Möglichkeit einer Teilnahme gefunden", betonte der Experte.

In der Vorwoche hatte das britische Parlament den Vorschlag von Premierminister David Cameron abgelehnt, an der möglichen Militäroperation in Syrien mitzumachen. Die Abstimmung hatte empfehlenden Charakter. Trotzdem erklärte Cameron, er werde nicht gegen den Willen des Parlaments vorgehen.

Darauf erklärten einige Politiker, darunter Ex-Außenminister Malcolm Rifkind, dass Pläne von US-Präsident Barack Obama, die Militäroperation in Syrien bis zur Entscheidung des US-Kongresses zu verschieben, es dem britischen Parlament gestatten, "noch einmal darüber nachzudenken". Aber der jetzige Außenamtschef William Hague schloss das völlig aus. "Die Minister können nicht alle sieben Tage über die Frage entscheiden, die bereits vom Parlament abgelehnt wurde", hatte er gesagt.

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