11:02 14 Dezember 2017
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    Nato-Vizechef: Europäischer Raketenschild nach Iran-Deal nicht weniger aktuell

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    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
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    Mit den Vereinbarungen in Bezug auf Irans Atomprogramm verliert das Nato-Projekt der europäischen Raketenabwehr nicht an Aktualität, betonte Alexander Vershbow, Stellvertretender Nato-Generalsekretär, am Mittwoch.

    Mit den Vereinbarungen in Bezug auf Irans Atomprogramm verliert das Nato-Projekt der europäischen Raketenabwehr nicht an Aktualität, betonte Alexander Vershbow, Stellvertretender Nato-Generalsekretär, am Mittwoch.

    Nach seiner Ansicht stehen diese in keinem Zusammenhang mit den Raketenprogrammen der Islamischen Republik und anderer Länder an der Grenze des europäischen Kontinents.

    Die Argumente Russlands, laut denen damit die Notwendigkeit eines europäischen Raketenschildes entfalle, bewertete Vershbow als „übereilt und auf falschen Angaben basierend“.  Russland betrachtet den europäischen Raketenschild als eine Bedrohung für sein strategisches Potential.

    „Falsch werden das Ziel unseres Raketenabwehrsystems sowie der sich ändernde Charakter der Drohungen ausgelegt. Selbst wenn eine komplette Demontage des iranischen Atomprogramms erfolgt – obwohl dies immer noch in weiter Ferne liegt -, behält der Iran weiterhin eine große Menge an ballistischen Trägermitteln für konventionelle und chemische Gefechtsköpfe. Somit bleibt die Raketenabwehr weiterhin nötig“, betonte Vershbow.

    „Zudem ist der Iran nur eines von mehreren Ländern, die ballistische Möglichkeiten an den Nato-Grenzen entwickeln“, fügte der Diplomat hinzu.

    „Der Nato-Raketenschild ist nicht gegen ein Land gerichtet. Das ist kein Schutz gegen Atomwaffen, sondern gegen Trägermittel“, sagte er weiter. Er sei dazu berufen, den Schutz gegen die ballistischen Systeme zu sichern, die zum Transport nuklearer, chemischer, biologischer und konventioneller Sprengköpfe eingesetzt werden können.

    Die europäische Raketenabwehr verliere nicht an Bedeutung, auch wenn die Weltgemeinschaft mit dem Iran ein Endabkommen abschließe, welches garantieren würde, dass der Iran kein militärisches Nuklearpotential besitze.

    „Eine effektive Vereinbarung, welche eine Verifizierung möglich machen sowie garantieren würde, dass der Iran nicht in der Lage sein wird, Nuklearwaffen zu entwickeln, wird einen großen Vorwärtsschritt bedeuten“ so Vershbow.

    Das Problem der Raketen-Gefahren werde jedoch nicht an Schärfe und Aktualität verlieren. Bisweilen sei es nicht einmal zur Implementierung von Zwischenvereinbarungen gekommen.

    Zuvor hatte Moskau seine Hoffnung geäußert, dass die USA angesichts der Vereinbarungen zu Irans Atomprogramm ihre Haltung zur europäischen Raketenabwehr ändern würden.

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