19:20 07 Dezember 2016
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    Neue russische Raketen sollen US-Raketenschild sinnlos machen

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    Neue Waffen für russische Armee (655)
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    Mit der Entwicklung neuer Interkontinentalraketen reagiert Russland einem Zeitungsbericht zufolge auf die Raketenschirm-Pläne des Pentagons sowie auf dessen Global-Strike-Programm, das rasche Präzisionsschläge weltweit ermöglichen soll. Wie ein Experte erläutert, könnten russische Raketen künftig bei Bedarf über den Südpol fliegen und die US-Raketenabwehr dadurch überfordern.

    Mit der Entwicklung neuer Interkontinentalraketen reagiert Russland einem Zeitungsbericht zufolge auf die Raketenschirm-Pläne des Pentagons sowie auf dessen Global-Strike-Programm, das rasche Präzisionsschläge weltweit ermöglichen soll. Wie ein Experte erläutert, könnten russische Raketen künftig bei Bedarf über den Südpol fliegen und die US-Raketenabwehr dadurch überfordern.

    Wie die Wochenzeitung „WPK“ in ihrer neuen Ausgabe schreibt, setzt Russland in seiner Verteidigungsdoktrin nach wie vor auf landgestützte Langstreckenraketen. Mittlerweile gibt es zwei neue Modifikationen der Feststoffrakete Topol mit Mehrfachsprengköpfen. Es geht um die bereits in Dienst gestellte RS-24 Jars sowie um die RS-26 Awangard, die im kommenden Jahr zur Verfügung gestellt werden soll. Der Chef der strategischen Raketentruppen, Sergej Karakajew, sagte, die RS-26 zähle zu den Instrumenten gegen das amerikanische Global-Strike-Konzept.

    Der stellvertretende Verteidigungsminister Juri Borissow bestätigte auch die Entwicklung einer neuen Flüssigstoff-Interkontinentalrakete. Sie ist stationär und hat den vorläufigen Codenamen Sarmat. „Auf Hochtouren laufen die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an einer schweren Rakete. Dies zielt darauf ab, die Bedrohung im Zusammenhang mit einem Global Strike durch die USA vorwegzunehmen“, so Borissow.

    Der frühere Chef des militärischen Raketen-Forschungszentrums NII-4, General Wladimir Wassilenko, sagte außerdem mit Blick auf den geplanten US-Raketenschild: „Die militärische Zweckmäßigkeit der Entwicklung einer schweren ballistischen Flüssigstoff-Interkontinentalrakete geht auf die Notwendigkeit zurück, Maßnahmen gegen den Aufbau einer globalen Raketenabwehr zu treffen. Mit anderen Worten geht es darum, vom Aufbau eines Raketenschirms abzubringen. Denn eine schwere stationäre ballistische Interkontinentalrakete ermöglicht nicht nur energetisch optimale Flugbahnen, sondern auch Raketenschläge aus verschiedenen Richtungen, darunter über den Südpol.“

    Das Blatt zitierte Wassilenko weiter mit den Worten: „Dass die Raketen aus verschiedenen Kurswinkeln kommen können, zwingt den Gegner zu einer Rundum-Raketenabwehr. Diese ist aber organisatorisch (vor allem finanziell) viel schwerer als ein sektoraler Raketenschirm. Das ist ein sehr starker Faktor. Dank ihres riesigen Nutzlast-Vorrats kann die schwere Interkontinentalrakete außerdem mit verschiedenen Mitteln ausgestattet werden, um den Raketenschild zu überwinden. Letztendlich wird jede Raketenabwehr dadurch überfordert, sowohl in Sachen Datenverarbeitung als auch in Bezug auf ihre Waffen.“

    Laut Wassilenko könnte die neue schwere Interkontinentalrakete auch mit nichtnuklearen Präzisions-Sprengköpfen ausgerüstet werden: Das wäre eine „ziemlich adäquate Abschreckungs-Antwort“ auf das amerikanische Global-Strike-Programm.

    Wie die Zeitung weiter schreibt, hat Russland eigentlich bereits eine schwere effiziente Flüssigstoff-Interkontinentalrakete, obwohl sie nicht für Flüge über den Südpol geeignet ist. Es geht um die R-36M2 Wojewoda, auch RS-20 genannt. Ihre Nato-Bezeichnung lautet Satan. Die Rakete steht den russischen Streitkräften seit 1988 zur Verfügung und soll noch mindestens 20 Jahre in Dienst bleiben.

    Sie ist in der Lage, jede gegenwärtige Raketenabwehr zu überwinden. Die Rakete kann selbst dann starten, wenn ihr eigener Standort mit Atomwaffen angegriffen wurde. Sie ist sowohl im Silo als auch während des Fluges vor Strahlung zusätzlich gesichert. Dadurch wird ein garantierter Gegenschlag ermöglicht. 

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