00:19 19 Oktober 2017
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    Soldaten im Kriegseinsatz im Osten des Landes

    Ukrainischer Ex-Innenminister: Kiew profitiert am Krieg in Donbass-Region

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    Entwicklung in Ostukraine (2318)
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    Der Krieg in der Donbass-Region bringt der gegenwärtigen Kiewer Führung Vorteile und wird nicht in nächster Zeit gestoppt. Das sagte der frühere ukrainische Innenminister Witali Sachartschenko am Freitag vor der Presse in Sewastopol auf der Krim bei der Präsentation der Stiftung „Südosten“.

    „Geopolitische Akteure und der (erbärmliche) Zustand der Landeswirtschaft sind es, die Kiew nicht zulassen werden, den Krieg zu beenden. Zudem wird die Politik der Kriegstreiberei Kiews derzeit von 60 Prozent der Ukrainer unterstützt.“ Sachartschenko zufolge werden sich die Machthaber im Fall der Einstellung der Kämpfe gezwungen sehen, unangenehme Fragen zur schwierigen Wirtschaftslage im Land zu beantworten.  

    „Sie brauchen diesen Konflikt, damit der Brand des Krieges auf andere Länder übergreift… Und er wird übergreifen, denn die Zahl der Waffen, über die die von der Nazi-Ideologie gepackten Extremisten verfügen, ist unvorstellbar hoch.“ Die Miliz sei in Misskredit gebracht worden, die Kriminalität ufere aus.

    Sachartschenkos Prognose zufolge werden private Armeen in der Ukraine zuerst gegen friedliche Einwohner im Donbass und dann um die Neuordnung der Märkte kämpfen. Die sogenannte Anti-Terror-Operation sei nichts anderes als Bürgerkrieg. Es werde äußerst schwierig sein, das Land wieder zu kitten.

    Sachartschenko, der Präsident der „Südosten“-Stiftung ist, stellte am Freitag in Sewastopol ihr Programm vor. Nach der Präsentation wurde eine Ausstellung von Gemälden eröffnet, die bislang in Museen der Donbass-Region gezeigt wurden. Zu sehen sind auch Arbeiten moderner Maler sowie Fotos vom Donbass. Mehrere Gemälde sind durch Granatsplitter beschädigt.

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    Tags:
    Vitali Sachartschenko, Donbass, Ukraine