14:09 24 Februar 2020
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    Der Iran erwartet laut seinem Botschafter in Moskau Mehdi Sanai, dass Russland die bereits vor acht Jahren zugesagten Flugabwehr-Raketensysteme vom Typ S-300 doch noch liefert. Die Lieferung wurde 2010 aufgrund von UN-Sanktionen ausgesetzt.

    „Der Iran hält den S-300-Vertrag weiter für legitim“, sagte Sanai in einem Interview der Nachrichtenagentur RIA Novosti. Der Vertrag falle nicht unter die UN-Sanktionen, denn er sei noch vor ihrer Verhängung geschlossen worden. Darüber hinaus seien die S-300-Raketen keine Angriffs-, sondern eine Verteidigungswaffe. „Der Iran wartet auf die Lieferung. Wir hoffen, dass der Besuch von (Russlands Verteidigungsminister Sergej) Schoigu ein gutes Zeichen ist.“

    Der Iran hatte 2007 Luftabwehrraketen des Typs S-300PMU-1 im Wert von 800 Millionen US-Dollar bestellt. Im September 2010 verbot der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew die Lieferung per Erlass. Begründet wurde die Entscheidung mit Sanktionen des UN-Sicherheitsrats, welche die Lieferung moderner Waffen an den Iran untersagen. Während die westlichen Staaten erleichtert aufatmeten, verklagte Teheran den russischen Waffenexporteur Rosoboronexport vor dem Internationalen Schiedsgericht in Genf auf vier Milliarden US-Dollar.

    Vor dem Hintergrund der Spannungen mit dem Westen unterzeichnete der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am 20. Januar 2015 in Teheran mit seinem iranischen Amtskollegen Hossein Dehghan ein Regierungsabkommen über militärische Zusammenarbeit. Laut dem russischen Militärexperten Leonid Iwaschow bahnt das Abkommen den Weg für neue S-300-Verhandlungen.

    Die S-300-Systeme sind für die Verteidigung großer Industrie- und sonstiger Zivil- und Militäranlagen bestimmt und können unter anderem auch ballistische Langstreckenraketen abfangen. Die neuesten Modifikationen sind in der Lage, Ziele in einer Entfernung von 150 Kilometern und in bis zu 27 Kilometern Höhe zu bekämpfen. Theoretisch können die S-300, die in vielen Staaten, darunter auch in Bulgarien, Griechenland und der Slowakei im Dienst stehen, auch gegen Bodenziele eingesetzt werden.

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    Tags:
    S-300, UN-Sicherheitsrat, Dmitri Medwedew, Mehdi Sanai, Russland, Iran