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    Luftabwehrsysteme des Typs S-400

    Russland sucht neue Waffenmärkte: „Exporteure auf einem Plateau“

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    Die russischen Waffenexporte bleiben groß, Experten erwarten jedoch keinen drastischen Anstieg, denn die bewährten Auftraggeber haben ihren Modernisierungs-Rausch bereits hinter sich. Deshalb sucht Russland neue Absatzmärkte. Wladimir Putin nennt Regionen, die besonders aussichtsreich wären.

    In absehbarer Zukunft wird es Russland offenbar nicht gelingen, seinen Rüstungsexport deutlich zu erhöhen. Das sagte am Mittwoch Andrej Frolow, Chefredakteur des russischen Branchenmagazins „Export Woorozhenij“.

    „Ich denke, die russischen Exporteure sind quasi auf ein Plateau gestiegen, das in nächster Zukunft kaum zu überwinden ist. Dies wurde eigentlich prognostiziert – ausgehend von den vorliegenden Aufträgen und von den aktuellen Marktrends“, so Frolow im Radiosender Kommersant-FM.  

    „Der Waffenmarkt ist zyklisch. Die großen Auftragspakete, die Mitte der 2000er Jahre zustande kamen, werden sich nicht bald wiederholen. Denn Russlands traditionelle Auftraggeber haben ihre damalige Erneuerungsphase schon hinter sich. Es ist kaum zu erwarten, dass sie in den nächsten Jahren wieder etwas massiv kaufen werden. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass sich neue Großimporteure melden“, erläuterte Frolow.   

    Der Militär- und Politik-Experte Alexander Perendschijew kommentierte: „Es ist mit bloßem Auge zu sehen, dass Russland und die USA um Indien ringen. Auch um den afrikanischen Markt (insbesondere um Nordafrika) wird es eine harte Konkurrenz zwischen Russland und dem Westen geben.“

    Er prognostizierte weiter: „Unser einstiger Auftraggeber Libyen wird keine Waffen mehr bei uns kaufen. Übrig bleibt Ägypten, wir können um dieses Land kämpfen. Auch der Irak ist ein Beispiel für die Konkurrenz zwischen Russland und dem Westen.“

    Präsident Wladimir Putin hatte am Dienstag die russischen Waffenexporte im Jahr 2014 auf insgesamt mehr als 15 Milliarden US-Dollar beziffert. Im Jahr 2013 hatte der Gesamtwert solcher Lieferungen 15,7 Milliarden Dollar betragen.

    Der Präsident erwähnte auch neue Waffenverträge, die im vergangenen Jahr besiegelt, aber noch nicht umgesetzt wurden. Deren Gesamtwert beträgt laut Putin knapp 14 Milliarden US-Dollar. Nach Informationen der Zeitung „Kommersant“ geht es insbesondere um Luftabwehrsysteme des Typs S-400 für China (1,9 Milliarden Dollar) sowie um geplante Waffen-Deals mit Ägypten (3,5 Milliarden Dollar).

    „Russland konkurriert absolut würdig und redlich mit anderen führenden Rüstungsherstellern“, betonte Putin. Als „sicherer und berechenbarer“ Lieferant mache Russland seine Verpflichtungen nicht von der „politischen Konjunktur“ abhängig. Dabei seien russische Waffen weltweit nach wie vor sehr gefragt, hieß es. 

    „Neue Bedrohungen und Heraufforderungen zwingen derzeit viele Länder dazu, ihre Militärdoktrinen umzugestalten und ihre Streitkräfte zu modernisieren (…) Russland wird seine Marktpräsenz in den aussichtsreichen Regionen wie Asien-Pazifik, Afrika, Lateinamerika und Karibik ausbauen“, kündigte Putin an.

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    Tags:
    S-400, Wladimir Putin, Andrej Frolow, Russland, China