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16:29 19 Oktober 2019
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    Kalashnikov AK-12

    Russische Armee wählt Sturmgewehr für „Soldaten der Zukunft“

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    Militär
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    Die russische Armee erhält einem Zeitungsbericht zufolge demnächst Sturmgewehre zweier neuer Typen. Eines der Gewehre wird möglicherweise ein Bestandteil des modernsten Kampfanzugs. Laut Experten hat jede der beiden Waffen ihre Vorteile. Dabei fallen nicht nur die technischen, sondern auch die finanziellen Argumente ins Gewicht.

    Der Konzern Kalaschnikow und der Hersteller Degtjarjow starten im Februar die Serienproduktion ihrer neuen Sturmgewehre – AK-12 beziehungsweise A-545. Das berichtete die Tageszeitung „Iswestija“ am Mittwoch.

    Bis Jahresende soll der Testbetrieb unmittelbar in der Armee dauern. Anhand der Ergebnisse soll dann entschieden werden, welche der beiden Waffen mit dem neuartigen Kampfanzug Ratnik zum Einsatz kommt.

    Der stellvertretende Verteidigungsminister Juri Borissow sagte dem Blatt: „Um eine faire Vergleichsanalyse durchzuführen, sollen die am Testprogramm beteiligten Militäreinheiten Sturmgewehre beider Hersteller erhalten (…) Da die Serienproduktion bereits beginnt, werden wir auch die Produktionskosten einschätzen können. Dies wird die endgültige Entscheidung des Verteidigungsministeriums in gewisser Hinsicht mit beeinflussen.“

    Ein Militärexperte, der mit beiden Waffen vertraut ist, erläuterte, das Degtjarjow-Sturmgewehr weise eine geringere Streuung und eine bessere Feuergeschwindigkeit im Vergleich zur neuen Kalaschnikow auf. Es sei außerdem sehr gut ausbilanziert und habe einen „weichen“ Rückstoß.

    Aber auch die Kalaschnikow habe ihre Vorteile, so der Militärexperte: „Zwar unterscheidet sich das Sturmgewehr AK-12 aus meiner Sicht nicht gerade drastisch von dem bewährten AK-74M, doch für eine Massennutzung in den Streitkräften ist es besser geeignet. Es wäre vernünftig, beide Sturmgewehre zu übernehmen. Das kompliziertere und sensiblere Degtjarjow-Sturmgewehr wäre aber keine Waffe für den Grundwehrdienst, sondern eher für Zeitsoldaten.“  

    Die Zeitung zitierte auch einen ranghohen Mitarbeiter der Rüstungsbranche mit den Worten, die beiden Waffen seien konstruktiv besser als ihre Vorläufer, die den Streitkräften derzeit zur Verfügung stehen. Doch das Selbstkosten-Kalkül spreche für die Kalaschnikow.

    Der Militärexperte Ruslan Puchow, Chef der Denkfabrik CAST, sagte, eigentlich seien derzeit keine revolutionären Fortschritte bei Handfeuerwaffen möglich, solange es keine grundsätzlich neuen Projektile gebe: „Eine Handfeuerwaffe ist ein Mechanismus, um eine Kugel ins Ziel zu befördern. Uns stehen derzeit Projektile zur Verfügung, die vor 50 Jahren entwickelt wurden. Deshalb ist kein grundsätzlicher Durchbruch möglich. In den Vordergrund rückt nicht die Qualität eines Sturmgewehrs, sondern dessen Preis, aber auch dessen Fassbarkeit für die Soldaten.“

    Der Kampfanzug Ratnik, der mit der neuen Waffe ausgestattet werden soll, wird voraussichtlich ab Frühjahr an die Streitkräfte ausgeliefert. In der Presse wird er oft als Equipment für „Soldaten der Zukunft“ bezeichnet. Seine Komponenten sind konstruktiv miteinander verbunden. Das neue Sturmgewehr soll außerdem das AK-74M in der Armee allmählich ablösen.

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    Tags:
    AK-12, Kalaschnikow, Russland