08:50 29 Januar 2020
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    Konflikt in der Ukraine, arabischer Frühling, Islamischer Staat – die neuen Sicherheitsherausforderungen bringen ein neues Weißbuch für die Bundeswehr ins Gespräch. Dieses soll 2016, also nach dem Nato-Gipfel im kommenden Jahr fertig sein. Die Welt habe sich gravierend verändert, erklärt Rainer Arnold, der SPD-Verteidigungsexperte.

    „Das letzte Weißbuch kam aus dem Jahre 2006 und war natürlich ein gutes Stück weit von der Afghanistan-Erfahrung geprägt, da ging man davon aus, dass die Bundeswehr einen großen Auslandseinsatz und einen mittleren leisten muss. Nun hat sich die Welt gravierend verändert. In zweifacher Hinsicht – der internationale Terrorismus des IS bedroht uns in vielen Staaten, bedroht auch unsere Sicherheit, man will aber nicht mehr mit Soldaten am Boden in fremde Länder gehen, jetzt kommt es viel stärker auf die Ausbildung, auf Unterstützung und Beratung an. Dazu braucht man in der Logistik andere Fähigkeiten, weil viele Kleineinsätze parallel laufen“, sagte Rainer Arnold im Gespräch mit Sputnik-Korrespondentin Marina Piminowa.

    Dem Weißbuch wird mit Absicht eine öffentliche Diskussion vorausgeschickt, weil es auch auf den eigentlichen Prozess ankomme, so Arnold. „Es wird mit Politik, Wissenschaft, Gesellschaft darüber gesprochen und dieser Diskussionsprozess als solches hat schon einen Wert, weil wir weiterhin an der Frage diskutieren müssen, welche Verantwortung, welche Rolle hat dieses große Deutschland in Europa und in der Welt, hier gibt Erklärungsbedarf. Insbesondere ist es gut, wenn auch Partner von außerhalb, wie etwa Frankreich oder Brüssel, mit dazu kommen. Das war im Übrigen eine Forderung von uns — nicht mehr stilles Kämmerlein, sondern transparenter gesellschaftlich breiter Prozess“, sagt der Experte.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Bundeswehr, Rainer Arnold, Deutschland, Ukraine