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    Chinesischer Flugabwehrraketenkomplex

    China erobert Waffenmarkt und warnt USA vor „Hegemonie-Denken“

    © Foto: Jian Kang
    Militär
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    Die Waffen aus chinesischer Produktion werden immer besser. Sie erobern den ausländischen Markt und machen Chinas Armee stärker, wie ein russischer Analyst einschätzt. Pekings Aufrüstung beunruhigt das Pentagon. Ein chinesischer Marineexperte warnt die USA jedoch vor einem „hegemonistischen Denken“ im asiatisch-pazifischen Raum.

    „Bereits vor einigen Jahren hatte sich China zum Ziel gesetzt, seine militärischen Exporte umzuorientieren: Nicht billige, sondern teurere Waffen von mittlerer und hoher Qualität sollen nun verkauft werden“, sagte Alexander Issajew, Experte des russischen Fernost-Instituts, im Gespräch mit der „Nesawissimaja Gaseta“. So kommentierte er den jüngsten SIPRI-Bericht, wonach China als Waffenexporteuer derzeit auf Platz drei weltweit hinter den USA und Russland rangiert. Innerhalb von fünf Jahren konnte China seinen Waffenexport um 143 Prozent erhöhen und Deutschland in diesem Bereich abhängen.

    „Faktisch konkurriert China bereits mit den US-amerikanischen, russischen und europäischen Waffenherstellern. Ein Beispiel dafür sind jene chinesischen Luftabwehrsysteme, die die Türkei kaufen wollte. Im Wettbewerb konnten sich die Chinesen damals gegen die Amerikaner und die Russen durchsetzen, der Wert des geplanten Vertrags wurde auf vier Milliarden US-Dollar geschätzt. Erst nach einer Einmischung von außen verzichtete die Türkei auf den Deal. Die potentiellen Möglichkeiten Chinas sind groß. In den nächsten drei Jahren ist offenbar ein zunehmender Druck dieses Landes auf den Waffenmarkt zu erwarten“, so Issajew.

    Ende 2014 hatte China beispielsweise sein neuartiges Kampfflugzeug J-31 und die Überschall-Flügelrakete CX-1 präsentiert. China baut mittlerweile moderne gepanzerte Kampffahrzeuge und Mehrfachraketenwerfer. Das Land hat den zweitgrößten Militäretat weltweit hinter den USA. Das russische Blatt kommentiert: „Die Exporteinnahmen ermöglichen, die Ausgaben für die Entwicklung von High-Tech-Waffen zum Teil zu decken. Das Pentagon und seine Analysten betrachten die stärker werdende Armee Chinas als Bedrohung für die Positionen der USA im asiatisch-pazifischen Raum.“

    In diesem Zusammenhang schreibt der chinesische Marineexperte Zhang Junshe in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Renmin Ribao“: „Die USA betrachten die chinesische Armee nach wie vor als potentiellen Gegner. Die USA erhöhen ihre Kampffähigkeit gegenüber China und bauen ihre militärischen Positionen um China aus. Sie verstärken ihre während des Kalten Krieges geschlossenen Militärbündnisse mit Japan, den Philippinen und Australien. Washington sieht über Pekings Bemühungen hinweg, die darauf abgezielt sind, Konflikte auf See unter den Ländern der Region zu regeln. Mehr noch, die USA instrumentalisieren diese Differenzen für ihre Eindämmungspolitik gegen China weiter.“

    Laut Zhang enthält die aktuelle Marinestrategie der USA einen „verborgenen Sinn, der an die Ideologie des Kalten Krieges erinnert“. Diese Strategie sei eine Erscheinungsform des „hegemonistischen Denkens.“

    „Seit die USA darauf hinarbeiten, das ‚Gleichgewicht im Asien-Pazifik-Raum wiederherzustellen’, belegen Fakten: Die amerikanischen Maßnahmen gegenüber China sind ungünstig für den Aufbau neuer militärischer Beziehungen zwischen Washington und Peking. Sie tragen auch kaum zur Stabilität in der Region und weltweit bei“, so der chinesische Marineexperte.

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    Tags:
    Waffen, Überschall-Flügelrakete CX-1, Kampfflugzeug J-31, Alexander Issajew, USA, Russland, China, Türkei