SNA Radio
    Seezielflugkörper Jachont/Onix

    Putins „Wunderwaffe“ für Krim: Experten klären auf

    © Sputnik / Wladimir Fedorenko
    Militär
    Zum Kurzlink
    Integration und Entwicklung der Krim-Region (294)
    0 73721

    Wladimir Putins Lob für das Waffensystem Bastion, das auf der Krim stationiert wurde, sorgt bei Militärexperten für Aufsehen. Sie klären über die Vorteile dieser Seezielflugkörper auf. Die Raketen sind in der Lage, selbst Flugzeugträgerkampfgruppen zu zerstören und gegnerische Radare irrezuführen.

    Die russische Tageszeitung „Komsomolskaja Prawda“ titelte am Dienstag, die „Geheimnisse der Wunderwaffe Bastion, die die Krim geschützt hat“ zu lüften. Damit bezog sich das Blatt auf die jüngste Erklärung Wladimir Putins, wonach Russland vor einem Jahr Raketenanlagen des Typs Bastion auf die Krim verlegt hatte. Laut Putin wurden diese Lenkwaffen absichtlich so stationiert, um aus dem All geortet zu werden und dadurch anschaulich zu zeigen, dass die Krim nun gegen jede Attacke von See aus gewappnet ist. Der Präsident lobte die Waffe als „wohl effizienteste“ bodengestützte Anti-Schiffs-Rakete weltweit.    

    Wie die Militärexperten des Blattes nun schreiben, handelt es sich bei diesem Waffensystem um bodengestützte Startvorrichtungen für Seezielflugkörper des Typs Jachont/Onix. Diese Flügelraketen sind gegen Angriffsgruppierungen von Flugzeugträgern und weitere Überwasserschiffe, aber auch gegen landgestützte Ziele effizient. Das Waffensystem funktioniert nach dem Fire-and-Forget-Prinzip: Die Rakete ist im Flug manövrierfähig und ihre Flugbahn für den Gegner kaum kalkulierbar.

    In Bezug auf die Zielerfassung bescheinigt die Zeitung dem Seezielflugkörper einen „einzigartigen Vorteil“: Die Raketen können sowohl einzeln als auch „in Scharen“ gegen einen Schiffsverband abgefeuert werden. Im Flug verteilen die Raketen dann selbständig die Ziele untereinander (je nach deren Wichtigkeit) und wählen eine passende Taktik für den Angriff. 

    Dabei sind die Raketen dem Bericht zufolge fähig, nicht nur gegnerische Radarsignale zu stören, sondern auch der Flugabwehr des angegriffenen Schiffes auszuweichen. Nachdem das zentrale Ziel in einem Schiffsverband zerstört ist, nehmen die verbleibenden Raketen die kleineren Schiffe ins Visier.

    Wie es hieß, sind die Seezielflugkörper auch gegen Ziele hinter dem Horizont effizient. Und falls sich das Ziel beispielsweise hinter einem Berg befindet, kann die Rakete den Berg umfliegen. Eine Startvorrichtung reicht aus, um einen 600 Kilometer langen Küstenabschnitt zu verteidigen. 

    Die 8,6 Meter lange und drei Tonnen schwere Rakete kann sowohl hoch (14.000 Meter) als auch tief (10 Meter über Wasser) fliegen. Ihre Reichweite beträgt dabei 500 beziehungsweise 120 Kilometer. Im Tiefflug bewegt sich die Rakete mit doppelter Schallgeschwindigket und ist für Flugabwehr-Radare des anvisierten Schiffes kaum zu orten. Das Blatt kommentierte: „Stellen Sie sich vor: Die See ist ruhig, das Kriegsschiff fährt und seine Radare bemerken nichts Gefährliches und plötzlich – krach! – in der Bordwand entsteht ein Loch, so groß wie zwei S-Bahn-Wagen“.

    Der russische Militärexperte Konstantin Siwkow sagte der Agentur Ria Novosti, die demonstrative Stationierung der Bastion-Waffensysteme auf der Krim sei eine richtige Entscheidung gewesen: „Zwar kann dieser Schritt militärstrategisch in Zweifel gezogen werden, doch politisch war er absolut gerechtfertigt. Die demonstrierte Entschlossenheit, jede Attacke auf die Krim-Küste mit diesen Raketen abzuwehren, kann jeden Hitzkopf abkühlen.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Integration und Entwicklung der Krim-Region (294)

    Zum Thema:

    Russische Armee übt Abwehr von Luftangriffen auf Krim
    Russland stationiert auf Krim Aufklärungsdrohnen gegen Nato
    Krim und Ostukraine: Russlands Militärreform im Stresstest
    Russischer Admiral: Kiew wird seine Militärtechnik von der Krim später zurückbekommen
    Tags:
    Wladimir Putin, Konstantin Siwkow, Krim