03:33 24 September 2017
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    Oligarchen-Bataillone: Ukraine auf dem Weg zur Militärdiktatur?

    © AP Photo/ Alexander Ermochenko
    Militär
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    Die von ukrainischen Oligarchen finanzierten Bataillone stellen nach Ansicht des amerikanischen News-Portals Vox eine Bedrohung für den ukrainischen Staat dar.

    „Das, was diese Soldaten nützlich für die Ukraine gemacht hat, macht sie genauso gefährlich“, heißt es im Beitrag. „Bedingungen für die Entstehung einer Militärdiktatur liegen vor: Diese Soldaten können ihre Territorien in kleine Feudalbereiche verwandeln, wo sie und ihre reichen Paten frei herrschen und (diese Gebiete) nach eigenem Gutdünken ausbeuten würden.“

    Die Berichte darüber, dass Vertreter des Bataillons Dnepr-1 beim jüngsten Konflikt zwischen dem Oligarchen Igor Kolomoiski und Präsident Pjotr Poroschenko das Quartier des Unternehmens Ukrnafta mit Waffen verteidigt haben, zeugen von einer für Kiew äußerst beunruhigenden Tendenz.

    Die „persönlichen Armeen“ bedrohen nicht nur die Stabilität der Regierung, sondern auch einfache Bürger, heißt es im Beitrag. Im Dezember blockierten solche Bataillone Hilfslieferungen in den Osten des Landes, was ein Amnesty-International-Experte als ein „Kriegsverbrechen“ einstufte.

    Nach Ansicht von Experten stellen diese Formationen eine Bedrohung für Stabilität im Lande dar und müssten aufgelöst werden. Unklar bleibe allerdings, ob sich Präsident Poroschenko dessen bewusst sei und ob die ukrainische Regierung im Prinzip fähig sei, diese Bataillone zu kontrollieren. Ein weiterer unklarer Faktor: Wie würden die Oligarchen, darunter Kolomoiski, reagieren, sollte die ukrainische Regierung eine Auflösung solcher Bataillone beschließen.

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    Tags:
    Bataillon Dnepr-1, Petro Poroschenko, Igor Kolomoiski, Kiew, Ukraine