12:22 20 November 2019
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    Saxon-Panzerwagen

    Kiew bestückt britische Panzerfahrzeuge mit Waffen

    © REUTERS / Mykola Lazarenko/Ukrainian Presidential Press
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    Kiew will ausgemusterte britische Panzerfahrzeuge des Typs Saxon mit Maschinengewehren ausrüsten, schreibt die Zeitung „Moskowski Komsomolez“ am Mittwoch.

    In der Ukraine haben die ausgemusterten britischen Panzerfahrzeuge jedoch bereits einen schlechten Ruf. Im Internet tauchte ein Video auf, in dem ein Saxon-Panzerwagen daran scheitert, einen kleinen Hügel zu überwinden. Davor war es in der Umgebung von Kiew zu einem Unfall unter Beteiligung dieses Panzerwagens gekommen. Dennoch legt ukrainisches Militär große Hoffnungen auf die britischen Fahrzeuge.

    „Spezialisten des Majak-Werks haben im Auftrag des staatlichen Rüstungskonzerns Ukroboronprom eine einzigartige Vorrichtung entwickelt, mit der das Maschinengewehr KT-7,62 auf den Panzerwagen montiert werden kann. Dank dieser Entwicklung bekommen die Saxon-Fahrzeuge in der nächsten Zeit die notwendige Waffe und werden bei Anti-Terror-Operationen eingesetzt“, heißt es in einer Mitteilung von Ukroboronprom.

    Nach Angaben des Konzerns wird das Maschinengewehr KT-7,62 in den Panzerfahrzeugen in offenen Luken und in Hubschraubern im Türrahmen aufgestellt.

    Der Vertrag zum Kauf der britischen Panzerfahrzeuge wurde im Dezember unterzeichnet. Der Preis eines Panzerwagens liegt in Großbritannien bei 38.000 US-Dollar, inklusive der Lieferung und der Dokumentation kostet ein Fahrzeug in der Ukraine bereits 51.000 US-Dollar. Zu Beginn dieses Jahres erhielt Kiew von Großbritannien 20 Panzerwagen, weitere 55 Wagen sollen in der nächsten Zeit geliefert werden.

    Saxon AT-105 wurde in den 1970er-Jahren auf Basis des Polizei-Panzerwagens AT-104 entwickelt und zu Beginn der 1980er-Jahre in den britischen Bodentruppen in Dienst gestellt. Diese Fahrzeuge wurden zur Beförderung von Soldaten und Verletzten genutzt. Anfang der 1990er-Jahre wurden die Fahrzeuge erst ausgemustert und anschließend zum Verkauf angeboten. Heute nutzen die Armeen von Ländern wie Oman, Bahrein, Malaysia und Nigeria die britischen Panzerwagen.

    Die Ukraine hat ihre Militärausgaben für dieses Jahr auf eine Rekordsumme erhöht. Für die Aufrüstung der ukrainischen Armee sind 44,6 Milliarden Griwna vorgesehen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden bereits 12.500 Einheiten Militärtechnik und Waffen bestellt sowie 2000 Einheiten Militärtechnik in ukrainischen Rüstungsfabriken modernisiert.

    Der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko äußerte zuvor Besorgnis wegen der wachsenden Zahl der Rüstungen auf der Krim. Russland habe die Halbinsel in einen „Militärhub“ verwandelt, was zu einem Konflikt in der Schwarzmeer-Region führen könne, so der ukrainische Staatschef.

    „Es handelt sich bereits um einen Militärhub, so weit ich das aus den Äußerungen des russischen Präsidenten darüber verstanden habe, dass sie dort atomwaffenfähige Raketen stationiert haben“, sagte Poroschenko in einem Interview mit dem TV-Sender Euronews. Anscheinend spielte er auf die Äußerungen Putins im Dokumentarfilm „Krim — der Weg zurück zur Heimat“ an, der am 15. März im russischen Fernsehen gezeigt wurde und für großes Aufsehen unter den westlichen Politikern sorgte.

    Laut Poroschenko stellt Moskaus Vorgehen in dieser Region nicht nur eine Bedrohung für die Unabhängigkeit der Ukraine und ihre Souveränität dar. „Die Raketen haben eine Reichweite von 500 Kilometer und könnten problemlos einige Nato-Länder erreichen, worauf reagiert werden müsste“, warnte Poroschenko.

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    Tags:
    Waffen, Krim – Der Weg in die Heimat (Fernsehdokumentation), Maschinengewehr KT-7,62, Saxon-Panzer, Petro Poroschenko, Ukraine