06:14 19 Dezember 2018
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    Jak-152

    Russlands Militär erwirbt Übungsflugzeuge mit deutschen Motoren

    © Foto: OSKBES MAI
    Militär
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    Trotz der Sanktionen will das russische Verteidigungsministerium Flugzeuge des Typs Jak-152 mit deutschen Dieselmotoren für die Ausbildung von Piloten erwerben. Diese Motoren wurden von der Firma des russischen Auswanderers Vladimir Reikhlin in Deutschland entwickelt. In Russland hegt man die Hoffnung, dass er mit seiner Firma zurückkehrt.

    Nach Angaben des stellvertretenden Verteidigungsministers Juri Borissow sollen bis 2020 beim Irkut-Konzern 150 Jak-152-Flugzeuge mit dem deutschen Kolbenmotor RED A03 V12 gekauft werden. „Wir haben den Abschluss des Vertrags zur Lieferung dieser Flugzeuge besprochen. Das bleibt in Kraft. Wenn uns alle Berechnungen zur Verfügung gestellt werden, können wir den Vertrag bis 2020 schließen“, sagte Borissow während eines Besuchs der Flugzeugfabrik in Irkutsk. Ihm zufolge wurde die Entwicklung dieser Maschine 2014 in Auftrag gegeben. Für das kommende Jahr ist der Jungfernflug der Jak-152 geplant.

    An den Kleinmotor-Flugzeugen werden Piloten ausgebildet. Weil in Russland jedoch keine Kolbenmotoren mehr entwickelt werden, musste man auf das deutsche Modell RED A03 V12 zurückgreifen.

    RED A03 V12 wurde von einer Firma entwickelt, die der russische Auswanderer Vladimir Reikhlin in Deutschland gegründet hatte. An der Tupolew-Universität in Kasan machte er seinen Abschluss als Ingenieur für Flugzeugtriebwerke. In seiner Freizeit beschäftigte er sich vor allem mit der Entwicklung von Automotoren.

    Nach seinem Studium arbeitete er eine Zeitlang beim Fahrzeughersteller VAZ. Anschließend wanderte er nach Deutschland aus und bekam einen Job beim Rennstall Toyota Team Europe. Dort entwickelte er den Motor für den Boliden Toyota GT-One. Anfang der 2000er Jahre gründete er die Firma RED (Reikhlin Engine Development), auf deren Basis später das Team „Formula-1“ A:Level Engineering entstand.

    Die RED Aircraft GmbH startete mit der Entwicklung eines Dieselmotors der neuen Generation: RED A03 V12. Als Investor unterstützte die russische Finanzholding Finam das Flugzeugmotoren-Projekt.

    Dem Chefredakteur des Internetportals Aviaport, Oleg Pantelejew, zufolge könnte die RED Aircraft GmbH im Falle eines Exportverbots ihre Produktion nach Russland verlagern.

    „Wenn die Pläne des Verteidigungsministeriums umgesetzt werden, wird Russland zu einem der größten Kunden dieser Firma, weil es neben dem Verteidigungsministerium noch andere Kunden gibt. Falls der Dieselmotor sich bewährt, bin ich überzeugt, dass die Frage nach der Lokalisation seiner Produktion gelöst wird“, sagte Pantelejew. Ihm zufolge wird dieser Prozess nicht mehr als zwei Jahre dauern.

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    Tags:
    Jak-152, Oleg Pantelejew, Vladimir Reikhlin, Deutschland, Russland, Irkutsk