13:00 24 Februar 2020
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    Debatte um EU-Armee (12)
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    In Zeiten der Ukrainekrise wird der Ruf nach einer Europäischen Armee wieder laut. Harald Kujat, Militärexperte, deutscher General a. D. der Luftwaffe und ehemals höchster Offizier der Bundeswehr, sagt: „Es kommt darauf an, was man unter einer Europäischen Armee versteht, da gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen.“

    Umfrage

    Eine EU-Armee – was halten Sie davon?
    • Sie wird endlich die Sicherheit in Europa garantieren
      3.4% (299)
    • Unnötige Geldvergeudung - gegen wen will man denn kämpfen?
      51.9% (4565)
    • Wozu ist denn die Nato da?
      8.1% (718)
    • Lieber Löhne und Renten anheben
      29.3% (2582)
    • Sinnvoll, weil es die EU eint, nach außen stärkt und Kosten spart
      7.3% (646)
    abgestimmt: 8810
    Die Kernfrage sei, wer das Kommando hat, so der Militärexperte. Einige träumten von einer gesamteuropäischen Armee. Dies würde jedoch das Ende der nationalen Streitkräfte bedeuten. Bislang stimmten die NATO-Kräfte ihre Militärstrategie mit den Amerikanern ab: „Die Sicherheit Europas ist sehr eng verknüpft mit der Sicherheit der Vereinigten Staaten. In der Vergangenheit haben die amerikanischen Streitkräfte zusammen mit den europäischen Truppen gemeinsame Sicherheitsinteressen geschützt”, so Kujat.

    Zusätzlich plane die Nato, eine mobile Einsatztruppe für Kriseneinsätze auf die Beine zu stellen. Der nächste Schritt wären dann vielleicht auch Waffenlieferungen.

    Dies lehnt Kujat ab: „Jede Lieferung von Waffen in die Ukraine, ganz gleich von welcher Seite, führt zu einer weiteren Eskalation, sorgt für eine Verlängerung des internen Konflikts und vergrößert damit das Leid der Zivilbevölkerung.”

    Der Militärexperte bedauert, das der Nato-Russland-Rat sich in der aktuellen Krise nicht bewährt: „Ich persönlich hätte es sehr gut gefunden, wenn man diesen Nato-Russland-Rat dafür benutzt hätte, militärische Vertrauensmaßnahmen zu entwickeln, und auf der politischen Seite den Dialog fortgeführt hätte. Ich hoffe, dass wir einen Weg finden und diese praktische Zusammenarbeit bald wieder aufnehmen.”

    Man habe schließlich noch andere gemeinsame Probleme, die instabile Lage im Irak, Syrien, die Atompolitik der Iraner oder der islamistische Terror. Kujat kommt zu dem Schluss: „Alle diese Probleme, stehen auf der Agenda. Sie können aber nur gemeinsam mit Russland gelöst werden.“

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    Tags:
    Waffenlieferungen, NATO, Harald Kujat, Ukraine, Russland