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    Moskau: Gute Aussichten für Waffengeschäfte mit Iran nach Aufhebung der Sanktionen

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    Irans Bedarf an russischen Waffen nach der Aufhebung der Sanktionen wird laut dem Moskauer Experten Igor Korotschenko auf elf bis 13 Milliarden Dollar geschätzt.

    „Wenn die Sanktionen im Waffenbereich aufgehoben werden, werden beliebige Einschränkungen für die Wiederaufnahme einer umfassenden militärtechnischen Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran entfallen“, sagte Korotschenko, Direktor des Zentrums für Analyse des globalen Waffenhandels. „Unsere Länder haben ein riesiges Entwicklungspotential in diesem Bereich.“ 

    Aus politischen Gründen werde Teheran kaum Waffen im Westen kaufen, äußerte er. Auf diesem Gebiet könnte Russland höchstens mit China konkurrieren. 

    „Der Iran hat ein ambitioniertes Programm der Neuausrüstung der Armee und Flotte“, betonte der Experte. „In erster Linie ist das Land an einer Festigung des Luftabwehrsystems interessiert. Außerdem braucht Teheran moderne Radaranlagen für die Luftraumkontrolle wie Gamma-DE und Kasta2E2.“

    Im Bereich der Kriegsmarine sei Teheran unter anderem an der Modernisierung der drei U-Boote der Kilo-Klasse aus russischer Produktion interessiert. Es gehe dabei unter anderem um die Ausrüstung der U-Boote mit Raketensystemen Klab-S. Außerdem erwäge Teheran den Kauf neuer U-Boote des 636-Projekts. 

    Nach Angaben des Experten hat der Iran Interesse an russischen Kampfflugzeugen der Typen Su-30, Su-25 und MiG-29SMT gezeigt. Darüber hinaus brauche der Iran eine Modernisierung seiner T-72-Panzer. In Frage komme auch der Erwerb neuer T-90S-Panzer (bis zu 350 Stück) und Schützenpanzerwagen. 

    Ein zentraler Punkt der Kooperation auf diesem Gebiet seien Lieferungen von Luftabwehrsystemen des Typs S300. 2007 hatte Russland einen Vertrag mit dem Iran über die Lieferung von fünf S-300-Systemen im Wert von rund 800 Millionen Dollar geschlossen. Infolge der 2010 gegen den Iran verhängten Sanktionen wurde die Erfüllung des Vertrages auf Eis gelegt. Darauf reichte Teheran beim Schiedsgericht in Genf eine Klage ein, die eine Schadenersatzforderung in Höhe von vier Milliarden Dollar enthielt. „Nun könnte der Vertrag zu Bedingungen wieder ins Leben gerufen werden, die beide Seiten zufriedenstellen würden“, so Korotschenko.

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    Tags:
    Sanktionen, Waffen, MiG-29, Su-25, Su-30, T-72-Panzer, Raketensystem Klab-S, Kasta2E2-Radaranlage, Gamma-DE-Radaranlage, Zentrum für Analyse des globalen Waffenhandels, Igor Korotschenko, China, Russland, Iran