17:32 23 Juni 2017
Radio
    Nato

    Nato-Hauptquartier fordert Reduzierung russischer Delegation um die Hälfte

    © Foto: NATO
    Militär
    Zum Kurzlink
    0 1785923229

    Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter der russischen Nato-Botschaft „sind Spione“, verlautete aus der diplomatischen Vertretung eines Bündnismitglieds der Nato gegenüber der Zeitung „Kommersant“ in Bezug auf die Nachricht über eine Kürzung des Personals um rund die Hälfte.

    Laut der Zeitungsquelle wurden die Mitarbeiter des Nato-Hauptquartiers bereits im vergangenen Jahr gewarnt, dass „38 der insgesamt 71 Mitarbeiter der russischen Delegation Spione sind“. „Uns wurde gesagt, dass wir die Kontakte mit den russischen Vertretern minimieren müssen. Sollte es jedoch geschehen, müssen wir unbedingt den Vorgesetzten darüber in Kenntnis setzen.“

    Von einem anstehenden Personalabbau von 50 auf 30 Mitarbeiter hatte am Vortag die US-Zeitung „The New York Times“ berichtet. Laut einer Zeitungsquelle in Nato-Strukturen handelt es sich dabei um eine „rein administrative Entscheidung, die mit dem bevorstehenden Umzug des Nato-Hauptquartiers in ein neues Gebäude in Brüssel verbunden ist“. Zudem gebe es derzeit „sowieso keine vollwertige Zusammenarbeit zwischen Russland und der Nato“.

    Der Personalabbau soll innerhalb von 90 Tagen erfolgen. Der Botschafter darf selbständig entscheiden, wer bleibt und wen er nun nach Hause schickt.

    Im April 2014 hatte die Allianz wegen der Ukraine-Krise die militärische und zivile Zusammenarbeit mit Russland auf Eis gelegt. Gegen Ende des Jahres wurde die Kopfstärke der russischen Mission bei der Nato reduziert.

    Aus der Sicht des russischen Außenministeriums wird Russland in Europa dämonisiert.

    „Es handelt sich dabei um einen weiteren Schritt und um ein weiteres kleines Stück des Bildes, das sie entstehen lassen, indem sie unser Land dämonisieren“, äußerte die Sprecherin des russischen Außenamtes Maria Sacharowa.

    „Bald sind es Spione in russischen Botschaften, bald sind es russische Hacker, die irgendein System in US-Bundesorganen knacken, bald sprechen sie von einer russischen Bedrohung für europäische Staaten“, äußerte sie im Rundfunksender RSN. Es seien klassische Tricks zum Schüren einer negativen Atmosphäre um Russland.

    Zum Thema:

    Nato-Übungen in Europa: USA brauchen immer mehr Europäer für Allianz – Experte
    Nato-Vizechef: Allianz sucht keine Konfrontation mit Moskau
    Nato: Gerüchte über Stützpunkte der Allianz in Ukraine sind Unsinn
    Nato-Chef: Kein Beitritt Kiews zur Allianz ohne Reformen
    Tags:
    NATO, Maria Sacharowa, Russland, Ukraine
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren