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10:44 18 Juli 2019
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    Übungen der russischen Streitkräfte

    Mehr Waffen für Russlands Armee: „Astronomische Summen“

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    Militär
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    Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten plant Russland offenbar keine Reduzierung des gigantischen Modernisierungsprogramms für seine Streitkräfte. Das prognostizieren Experten im Hinblick auf einen SIPRI-Bericht, der die Militärausgaben weltweit analysiert. Der unangefochtene Spitzenreiter dabei sind nach wie vor die USA.

    Die russische Tageszeitung „Nowyje Iswestija“ zitiert am Dienstag den russischen Militärexperten Ruslan Puchow mit den Worten: „Zwar werden alle russischen Staatsausgaben gekürzt, darunter auch im Militärbereich, jedoch betrifft das nicht das ehrgeizige Umrüstungsprogramm, das mit astronomischen Summen untermauert wird“.

    Der Experte vermutet, der Staat gebe künftig möglicherweise weniger Geld aus, um neue Häuser für Berufssoldaten zu bauen und Militärübungen durchzuführen: „Doch niemand wird den Waffenkauf für die Streitkräfte reduzieren, denn wir sind derzeit mit der ganzen Welt verzankt.“ So kommentierte er den jüngsten Bericht des Stockholmer Instituts für Friedensforschung (SIPRI), wonach Russlands Militärausgaben im Jahr 2014 um 8,1 Prozent auf 84,5 Milliarden US-Dollar gestiegen waren. Das macht 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Nach Angaben von SIPRI hatte Russland diese Aufstockung aber noch vor der Ukraine-Krise geplant.

    Der russische Militärexperte Andrej Frolow sagte der Zeitung „Wedomosti“, der SIPRI-Bericht beschreibe ziemlich präzise die Trends der letzten zehn Jahre. Dank des drastischen Anstiegs seiner Militärausgaben sei Russland in diesem Zeitraum auf Platz drei weltweit in der entsprechenden SIPRI-Rankingliste geklettert. Angesichts der verschlechterten Wirtschaftslage und der Rubel-Abwertung habe dieser Anstieg nun wahrscheinlich seinen Höhepunkt erreicht. Deshalb könne Russland im laufenden Jahr die Top Fünf in der Rankingliste verlassen, prognostizierte Frolow.

    Weltweit waren die Militärausgaben im Jahr 2014 um 0,4 Prozent auf 1,776 Billionen US-Dollar zurückgegangen, wie es im SIPRI-Bericht heißt. Der wichtigste Trend besteht nach Ansicht der Stockholmer Forscher darin, dass Westeuropa und die USA ihre Ausgaben in diesem Bereich kürzen, während in der Golf-Region, in Südostasien und in Osteuropa ein Anstieg zu beobachten ist.

    Am schnellsten wächst der Militäretat in Saudi-Arabien: 17 Prozent im vergangenen Jahr. China und Vietnam wiesen einen Anstieg von 9,7 beziehungsweise 9,6 Prozent auf. Generell betrug das Wachstum im Nahen Osten 5,2 Prozent, in Südostasien fünf Prozent, in Zentral- und Osteuropa 8,4 Prozent. In der Ukraine stiegen die Militärausgaben seit einem Jahr um 23 Prozent. Wie die SIPRI-Forscher feststellen, verweist die Nato auf die Spannungen in Osteuropa und warnt ihre Mitgliedstaaten davor, die Militärausgaben zu reduzieren.

    Trotz ihrer Etatkürzungen sind die USA weltweit nach wie vor der absolute Spitzenreiter. Im vergangenen Jahr gaben die Vereinigten Staaten 610 Milliarden Dollar für diese Zwecke aus. Das ist nahezu dreimal so viel wie in China.

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    Tags:
    Andrej Frolow, Ruslan Puchow, USA, Russland, Stockholmer Friedensforschungsinstitut (SIPRI)