07:09 21 November 2017
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    Hubschrauberträger vom Typ „Mistral“

    Medien: Driften umstrittene Mistral-Schiffe nach China?

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    Ausländische Medien wie die taiwanesische „Wand China Times“ haben berichtet, dass Frankreich die zwei für Russland gebauten Hubschrauberträger vom Typ „Mistral“ an China verkaufen könnte.

    Wie der russische Rüstungsexperte Wassili Kaschin jedoch sagte, sind diese Informationen bis dato nicht offiziell bestätigt worden.

    Das in den USA beheimatete chinesischsprachige Internetportal Duowei hatte zuerst über den möglichen Deal berichtet, allerdings ohne Angabe von Informationsquellen.

    Zuvor hatte die Mitteilung die Runde gemacht, dass zwei französische Kriegsschiffe einen Besuch in Shanghai planen, eins davon könnte das in Dienst gestellte Landungsschiff „Mistral Aconit” sein. Es heißt, dass das chinesische Militär das Schiff inspizieren wolle, bevor es über die Zweckmäßigkeit des Kaufes entscheide.

    Das 1989 von der EU verhängte Rüstungsembargo gegen China könnte dem Deal jedoch im Wege stehen. Allerdings stehen auf der Embargoliste keine konkreten Rüstungen. Die EU-Länder erstellten eigene Listen. Aus Europa wurden weiterhin Rüstungen und Technologien mit militärischem und doppeltem Verwendungszweck nach China exportiert.

    Der Waffenexport nach China wurde nicht wegen des Embargos, sondern wegen der Befürchtung eingeschränkt, es sich mit den USA zu verscherzen. Frankreich schränkte vor allem den Export von tödlichen Waffen und Rüstungsplattformen an China ein. Die „Mistral“-Schiffe können komplett ohne Waffen ausgeliefert werden und später vom Abnehmer nachgerüstet werden.

    Russland würde dem chinesisch-französischen Mistral-Deal wohl ebenfalls keine Steine in den Weg legen. Russlands Militär ist nicht auf diese Schiffe angewiesen. Moskau wollte mit dem Rüstungsgeschäft lediglich die politischen Beziehungen mit Paris festigen und sich für dessen konstruktive Rolle im russisch-georgischen Konflikt 2008 bedanken.

    Zudem braucht Russland angesichts der Wirtschaftskrise und der niedrigen Ölpreise ohnehin keine teuren „Spielzeuge“ wie die Mistral-Schiffe. Viel wichtiger sind Landstreitkräfte, Luftwaffe und strategische Waffen. Die Entschädigung von Frankreich für die Schiffe in Höhe von 1,2 Milliarden Euro und der Wegfall der Betriebskosten kommen Russland gerade recht.

    Die chinesische Marine würde zwei moderne Träger für die Hubschrauber des Typs „Kamow“ bekommen. Die Hubschrauber Ka-28 und Ka-31 wurden in Russland gebaut. Russland hatte speziell für Schiffe eine bordgestützte Version der Hubschrauber entwickelt. Russlands Hubschrauberbauer könnten somit auf weitere Bestellungen aus Peking hoffen.

    Die USA und ihre Verbündeten in Asien würde der Deal jedoch verärgern, weil die chinesischen Seestreitkräfte dadurch ihre Möglichkeiten für Einsätze vor der Küste erhöhen. Die USA hatten bereits große Anstrengungen unternommen, um das Mistral-Geschäft zwischen Frankreich und Russland zum Scheitern zu bringen.

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    Tags:
    Ka-31, Ka-28, Mistral, EU, Wassili Kaschin, USA, China, Frankreich, Russland
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