03:48 21 November 2019
SNA Radio
    Nordkorea testet eine ballistische Rakete

    Nordkoreas Atomwaffen werden kompakter

    © AP Photo / Ahn Young-oon
    Militär
    Zum Kurzlink
    0 5014
    Abonnieren

    Nordkorea hat weitere Fortschritte in seinem militärischen Atomprogramm gemeldet. Das Land ist nun nach eigenen Angaben in der Lage, kleine nukleare Sprengsätze zu bauen, um Raketen damit zu bestücken. Kurz zuvor hatte Pjöngjang eine seegestützte ballistische Rakete getestet.

    „Unsere nuklearen Kampfmittel sind längst in die Phase von Produktion und Diversifizierung kleinerer Atomwaffen eingetreten“, sagte am Mittwoch ein Sprecher der nordkoreanischen Nationalen Verteidigungskommission, wie die südkoreanische Agentur Yonhap meldete.

    Nordkorea sei mittlerweile in der Lage, „höchste Präzision“ und Treffsicherheit nicht nur für seine Mittel- und Kurz-, sondern auch für seine Langstreckenraketen zu gewährleisten, behauptete der Sprecher.

    Der jüngste Test einer seegestützten ballistischen Rakete sei Teil der militärischen Maßnahmen mit dem Ziel, die Kapazitäten des Landes für die Selbstverteidigung zu erhöhen, hieß es. Den Teststart hatte Nordkorea Anfang Mai gemeldet: Ein U-Boot soll eine ballistische Rakete erfolgreich abgefeuert haben.

    Mittlerweile verfügt Nordkorea nach eigenen Angaben über die erforderliche Technologie für den Bau nuklearer Sprengköpfe, die klein genug wären, um Interkontinental-Raketen damit zu bestücken und das US-Kernland bei Bedarf zu erreichen.

    Nach Ansicht der Südkoreaner war der erwähnte Raketentest allerdings nicht so beeindruckend. Das nordkoreanische U-Boot habe die Rakete eher nicht abgefeuert, sondern bloß ausgestoßen: Diese habe nur 100 Meter zurückgelegt, hieß es in Seoul. Analysten warnen trotzdem: Sollten sich Pjöngjangs Behauptungen doch bestätigen, wird dies die Sicherheit in der Region zusätzlich gefährden, denn ein Unterwasserstart wäre schwer zu orten.

    Die japanische Agentur Kyodo hatte kürzlich unter Berufung auf Regierungskreise in Pjöngjang gemeldet, Nordkorea wolle im Oktober einen Satelliten ins All schießen. Das wäre gleichzeitig ein Test für eine ballistische Interkontinental-Rakete.

    Der nordkoreanische Herrscher Kim Jong Un besuchte Anfang Mai die neue Flugleitzentrale für Satelliten. Die amtliche Agentur KCNA zitierte ihn damals mit den Worten, Nordkorea werde sein Satelliten-Programm „trotz des Widerstands feindlicher Kräfte“ fortsetzen.

    Mitte Mai stand das Thema Nordkorea im Mittelpunkt des Besuchs von US-Außenminister John Kerry in Seoul. Kerry betonte, Seouls und Washingtons Haltung zu Nordkoreas Atomprogramm und „Provokationen“ sei völlig identisch. Nordkorea habe sich keineswegs den erforderlichen Standards genähert, um die Gespräche mit den USA wiederaufzunehmen, mahnte der US-Außenminister und schloss vor diesem Hintergrund schärfere Sanktionen gegen Pjöngjang nicht aus.

    Neben dem UN-Sicherheitsrat hatten zuvor auch einzelne Länder Sanktionen gegen Nordkorea eingeführt. Sie reagierten damit auf die nordkoreanischen Atom- und Raketentests, die in den letzten Jahren gemeldet worden waren.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Nordkorea verkürzt Vorbereitungszeit für ballistische Raketenstarts
    Nordkorea nimmt neues Werk für Urananreicherung in Betrieb – Medien
    Nordkoreas UN-Botschafter: Pjöngjang bereitet keine neuen Kernwaffentests vor
    Nordkorea startet erneut Kurzstreckenraketen in Richtung Japanisches Meer
    Tags:
    Atomwaffen, John Kerry, Kim Jong Un, Nordkorea