18:50 15 Dezember 2017
SNA Radio
    Kampfhubschrauber Mi-35MKampfhubschrauber Mi-28NE (Night Hunter)Gespräche des irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi mit der russischen Präsidenten Wladimir Putin

    Russland will Iraks Bedarf an Waffen decken

    © Foto: Russian Helicopters © Foto: Russian Helicopters © Sputnik/ Alexei Drushinin
    1 / 3
    Militär
    Zum Kurzlink
    0 763

    Die jüngsten Gespräche des irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi mit der russischen Führung in Moskau laufen wahrscheinlich auf neue bedeutende Waffenverträge hinaus. Im Kampf gegen die Dschihadisten hilft Russland dem Irak laut Experten militärtechnisch aktiver als die USA.

    Der russische Militärexperte Sergej Denissenzew wies im Gespräch mit der „Nesawissimaja Gaseta“ darauf hin, dass Russland bereits mehrere Waffenverträge mit dem Irak hat. Der größte davon war im Jahr 2012 zustande gekommen. Damals kaufte der Irak verschiedene Waffensysteme im Gesamtwert von 4,2 Milliarden US-Dollar, darunter moderne Kampfhubschrauber Mi-35 und Mi-28N Night Hunter. Im Jahr 2014 folgte ein weiterer Großdeal. Der Irak bestellte insbesondere Artilleriegeschütze und Mehrfachraketenwerfer.

    „Während der aktiven Phase des Konfliktes gegen den ‚Islamischen Staat‘ (IS) wurde außerdem eine Reihe kleinerer Verträge geschlossen: Der Irak musste den Bedarf seiner Streitkräfte an bestimmten Waffen möglichst schnell decken (…) Angesichts der Umsetzung der bisherigen Verträge braucht der Irak zweifelsohne massiv Munition und Ersatzteile, denn der aktive Konflikt bedeutet Verluste an Militärgerät sowie einen aktiven Verbrauch von Munition. All dies muss ständig ergänzt werden. Die Wahrscheinlichkeit neuer Verträge infolge des Besuchs von al-Abadi ist sehr hoch“, prognostizierte Denissenzew.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte am Donnerstag gesagt: „Wir werden versuchen, alle möglichen Bedürfnisse des Irak maximal zu befriedigen, um dessen Verteidigungsfähigkeit zu sichern, damit er fähig wird, den IS und weitere Terroristen von seinem Territorium zu vertreiben.“

    Wladimir Kozhin, Berater von Präsident Wladimir Putin, sagte, der Irak sei an weiteren Verträgen „äußerst interessiert“ und wolle die Kooperation mit Russland in diesem Bereich unbedingt fortsetzen – trotz der Einwände aus den USA.

    Im vergangenen Monat hatte der irakische Regierungschef Washington besucht und über Waffenlieferungen verhandelt. Nach Angaben der „New York Times“ wollen die USA demnächst 1.000 Panzerabwehr-Handwaffen des Typs AT-4 an den Irak liefern, die gegen gepanzerte Fahrzeuge des „Islamischen Staates“ sehr effizient sind. Außerdem sollen die Amerikaner bei der Planung helfen, um die vom IS besetzte Stadt Ramadi 110 Kilometer westlich von Bagdad zurückzuerobern. Wie die „NYT“ schrieb, erwägt die US-Regierung auch weitere Optionen, um dem Irak zu helfen.

    Der russische Militärexperte Ruslan Puchow kommentierte nun für die „Nesawissimaja Gaseta“, die US-Hilfe für Bagdad sei erstens begrenzt. Etwa die ausgehandelte Lieferung von F-16-Kampfjets erfolge nicht komplett und nicht termingemäß. Zweitens wüssten die Iraker, dass russische Militärtechnik sicher und leicht zu beherrschen sei. Die vor einem Jahr gelieferten russischen Su-25-Kampfjets seien beispielsweise sofort zum Einsatz gekommen, um die Offensive der Dschihadisten zu stoppen. Drittens sei der Irak dank seines Ölexports ein zahlungsfähiges Land, der Waffen ohne Kredite kaufe.

    „Im Hinblick auf diese Faktoren ist vermutlich ein großes Vertrags-Paket zu erwarten. Dessen technischen und finanziellen Details sollen noch von Fachleuten erörtert werden. Und bei den Gesprächen am Donnerstag ging es um eine politische Vereinbarung“, so Puchow.

    Zum Thema:

    US-Militärausgaben für Einsätze in Irak und Syrien steigen an
    Bagdad: Saddam-Hussein-Vize im Irak getötet
    IS-Kämpfer richten 35 Menschen im Irak hin
    Kampf gegen IS: Russland versorgt Irak mit Waffen
    Tags:
    Mi-28, Terrormiliz Daesh, AT-4, Mi-35, Su-25, Sergej Lawrow, Dmitri Medwedew, Wladimir Putin, Wladimir Kozhin, Sergej Denissenzew, Haider al-Abadi, Ruslan Puchow, USA, Russland, Irak
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren