20:32 14 November 2019
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    Panzer der Reihe Leopard 2

    Zeitung: Berlin und Paris wollen mit neuem Panzer auf Aufrüstung Russlands reagieren

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    Militär
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    Nachdem Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen lange gezögert hatte, will sie einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ zufolge nun mit Frankreich einen neuen Kampfpanzer entwickeln. Grund für das Projekt Leopard III seien Informationen über Pläne von Russlands Präsident Wladimir Putin.

    „Es war im Frühjahr 2014, als sich die ersten Abgeordneten des Bundestags besorgt im Verteidigungsministerium erkundigten, wie es denn um den Zustand der deutschen Panzerflotte bestellt sei. Der Grund der Anfragen war die Annexion der Krim durch Russland, die beginnende Krise in der Ostukraine und die damit einhergehende Erkenntnis, dass die über zwei Jahrzehnte vernachlässigte Verteidigung des NATO-Bündnisgebietes womöglich wieder größere Bedeutung erlangen könnte“, schrieb das Blatt in ihrer Freitagsausgabe.

    „Die politische Spitze des Wehrressorts reagierte abwiegelnd bis genervt. Der Konflikt mit Russland müsse diplomatisch gelöst werden, hieß es, nicht durch Abschreckung mit Panzern. Man lebe schließlich nicht mehr in Zeiten des Kalten Krieges.

    Die Parlamentarier aber ließen nicht locker. Im Oktober 2014 forderten die Fraktionen von Union und SPD im Verteidigungsausschuss das Ministerium auf, die Stückzahlen des Kampfpanzers Leopard 2 zu überprüfen, die vorhandenen Systeme zu modernisieren und die Entwicklung einer neuen Generation von Kampfpanzern – Arbeitstitel Leopard 3 – in Angriff zu nehmen.

    Mittlerweile wiegelt im Ministerium niemand mehr ab. Im Gegenteil, Ressortchefin Ursula von der Leyen (CDU) kam allen diesen Forderungen nach. Sie erhöhte die Zahl der Leopard II von 225 auf 328 und gab Produktverbesserungen der vorhandenen Systeme in Auftrag. In dieser Woche schließlich teilte ihr Staatssekretär Markus Grübel dem Parlament schriftlich mit, dass nun gemeinsam mit den Franzosen die Entwicklung eines neuen Kampfpanzers geprüft werde.

    Die Nutzungsdauer des Leopard 2 ende um das Jahr 2030, schreibt Grübel. Daher müsse untersucht werden, wie die Fähigkeit erhalten werden könne. ‚Dazu wurden bereits im Rahmen einer deutsch-französischen Kooperation Fähigkeitsforderungen an ein Nachfolgesystem hergeleitet und abgestimmt‘, heißt es in dem der ‚Welt‘ vorliegenden Brief, über den zunächst ‚Spiegel online‘ berichtete. ‚Aufbauend auf diese Ergebnisse werden im Zeitraum 2015 bis 2018 Technologien und Konzepte in gemeinsamen Studien unter Einbeziehung der deutschen Industrie untersucht.‘“

    „Die Welt“ schrieb ferner, dass in den Analysen des deutschen Auslandsgeheimdienstes bereits seit geraumer Zeit vor einer massiven Aufrüstung Russlands gewarnt wird. „Bei der Parade anlässlich der Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg ließ Präsident Wladimir Putin jüngst erstmals den T-14 Armata über Moskaus Straßen rollen, den ersten von Russland entwickelten Kampfpanzer seit dem Ende der Sowjetunion. Bis zu 2000 Stück davon plant Russland zu bauen.

    Nach Erkenntnissen des BND handelt es sich bei den bei der Parade vorgeführten Gefechtsfahrzeugen zwar noch um Vorserienmodelle, die von einer industriellen Fertigung in Serie noch etliche Jahre entfernt sind und nun zunächst in die Truppenerprobung gehen. Wenn sie aber zu Ende entwickelt würden, dann hätte man es mit einem Panzer auf höchstem Rüstungsniveau zu tun“, hieß es in dem Beitrag.

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    Tags:
    Armata, T-14-Panzer, Leopard-2-Panzer, Markus Grübel, Wladimir Putin, Ursula von der Leyen, Russland, Frankreich, Deutschland