17:44 22 Januar 2020
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    Im Laufe einer grundlegenden Modernisierung hat ein indisches U-Boot moderne russische Flügelraketen bekommen. Unterdessen suchen die Inder Geschäftspartner in Moskau, um atomgetriebene Tarnkappen-U-Boote gemeinsam zu bauen.

    Das modernisierte dieselelektrische U-Boot „Sindhukirti“ der indischen Kriegsmarine ist in See gestochen, um eine Testfahrt zu absolvieren. Das bestätigte Konteradmiral N. K. Mishra, Chef der zuständigen indischen Werft HSL, wie die Zeitung „The Hindu“ in ihrer Onlineausgabe berichtete.

    Die soeben beendete Modernisierung sei ein sehr kompliziertes Verfahren gewesen. „Das war das größte Projekt, das in einer indischen Werft je umgesetzt wurde“, so der Unternehmenschef. Die Arbeiten hatten neun Jahre in Anspruch genommen. Das U-Boot bekam neue technische und Waffensysteme, darunter einen Sonar aus indischer Produktion sowie modernere Raketen.

    Wie russische Medien unter Berufung auf indische Militärkreise meldeten, wurde insbesondere das Lenkwaffensystem Club-S aus russischer Produktion installiert. Das ist eine Exportversion der russischen Flügelrakete Kalibr-S mit einer Reichweite von bis zu 200 Kilometern.

    Wie es hieß, nahmen Fachleute der russischen Werft Swjosdotschka an den Arbeiten in Indien teil. Zuvor hatte dieses Unternehmen sechs Diesel-U-Boote für die indische Marine unmittelbar in Russland modernisiert. Alle davon sowie die jetzt in Indien umgerüstete „Sindhukirti“ waren in der Sowjetunion bzw. im postsowjetischen Russland gebaut worden.

    Das indische Unternehmen Reliance Infrastructure sucht unterdessen einen Geschäftspartner in Russland, um Atom-U-Boote und Kriegsschiffe mit Tarnkappen-Technologie gemeinsam zu bauen. Das berichtete die indische „Economic Times“.

    Nach Informationen der Zeitung weilen Top-Manager des Unternehmens derzeit in Moskau, um mit ranghohen Beamten des russischen Verteidigungsministeriums zu verhandeln. Dies soll den Weg für die Gründung eines Joint Venture ebnen, falls eine Einigung erzielt wird.

    Dem Bericht zufolge wird über den Bau von sechs modernen Atom-U-Booten verhandelt. Der Bau soll im indischen Gujarat erfolgen. Dabei wollen die Inder auf das Know-how des jetzt gesuchten ausländischen Partners zurückgreifen.

    Wie die russische Onlinezeitung Lenta.ru berichtete, zeigt sich das russische Konstruktionsbüro Malachit bereit, am Projekt teilzunehmen, falls die Regierung in Moskau ihre Genehmigung erteilt. „Unser Büro verfügt über alle erforderlichen Kompetenzen und Ressourcen“, sagte ein Sprecher des Unternehmens, das zuvor insbesondere die russischen Atom-U-Boote der Jassen-Klasse entwickelt hatte.

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    Tags:
    Waffen, Werft Swjosdotschka (Russland), Flügelrakete Kalibr-S, Lenkwaffensystem Club-S, Sindhukirti-U-Boot, Indien, Russland