03:32 01 Dezember 2020
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    Die neue Militärdoktrin Chinas offenbart die gewachsenen militärischen Ambitionen des Landes, besonders auf hoher See. Die Volksrepublik scheint sich mit dem Status einer Wirtschaftsmacht nicht begnügen zu wollen, schreibt die “Washington Post”.

    China spricht in seinem erneuerten Weißbuch erstmals von einer „aktiven Verteidigung“, betont aber gleichzeitig, an den Prinzipien der internationalen Kooperation im Sicherheitsbereich und der friedlichen Entwicklung festzuhalten. Dennoch verdichten sich die Anzeichen, dass die Volksrepublik zu einer Seemacht aufsteigen will. Die Luftstreitkräfte des Landes werden sich nicht nur auf Defensiv-, sondern auch auf Angriffsoperationen vorbereiten, schreibt die US-Zeitung. Nach “Washington Post”-Angaben ging das Pentagon früher davon aus, dass China mit der Produktion von eigenen ballistischen Raketen Gegner wie die USA von möglichen regionalen Konflikten abschrecken will.

    US-Drohne „Global Hawk“
    © AP Photo / Erik Hildebrandt
    Die neue chinesische Militärstrategie beunruhigt die USA stark. Das Weißbuch zeugt davon, dass Peking, „eine Hegemonie in der Region anstrebt“, so der amerikanische Asien-Experte Patrick Cronin.

    Wie der Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, Yang Yuytszyun, bei der Präsentation des erneuerten Weißbuchs erklärte, streben „äußere Kräfte“ danach, der Reputation der Streitkräfte des Landes zu schaden und die Spannungen zu verschärfen.

    „Wir können nicht die Möglichkeit ausschließen, dass damit Vorwände für geplante Aktivitäten einiger Länder geschaffen werden sollen. Es ist kein neuer Trick, dazu wurde mehrmals in der Vergangenheit gegriffen“, zitiert die britische „Financial Times“ den chinesischen Militärsprecher.

    Chinesische Medien berichten derweil, dass ein chinesisch-amerikanischer Krieg droht, wenn Washington Peking beim Bau eines Marinestützpunktes auf einer künstlich angelegten Insel (Fiery Cross Reef) im Südchinesischen Meer in die Quere kommt. In der vorigen Woche spionierte ein Aufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeug des Typs P-8 Poseidon die in Bau befindlichen Einrichtungen auf der Insel aus. Obwohl die chinesischen Seestreitkräfte acht Mal warnten, gab es keine Reaktion des US-Spionageflugzeugs. Dessen Besatzung erklärte lediglich, dass es sich um einen Flug im internationalen Luftraum handele.

    Washington kritisiert die chinesischen Behörden wegen des Ausbaus der Präsenz in den umstrittenen Gewässern und droht mit Gegenmaßnahmen. Nach Angaben des Pentagon-Beraters David Scheer werden „die militärischen Folgen der territorialen Ansprüche (Chinas) bewertet und entsprechende Gegenschritte vorbereitet“.

    China streitet sich mit Brunei, Malaysia, Taiwan, Vietnam und den Philippinen um die Festlegung der Grenzen im Südchinesischen Meer. Auch mit Japan und Südkorea kommt es immer wieder zu Gebietskonflikten. Die USA rufen die Seiten dazu auf, Spannungen zu vermeiden, streben aber selbst danach, das strategische Bündnis mit Ländern zu festigen, die mit China in einer Konfrontation stehen.

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    Tags:
    Spionage, Sicherheit, Fiery Cross Reef, Jagdflugzeug P-8 Poseidon, Pentagon, Washington Post, David Scheer, Yang Yuytszyun, Patrick Cronin, Südchinesisches Meer, USA, China