09:36 20 Juni 2019
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    Raketentriebwerk RD-180

    Russische Raketentriebwerke unentbehrlich: Pentagon fordert Lockerung der Sanktionen

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    Militär
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    Das US-Verteidigungsministerium ist an einer Milderung der antirussischen Sanktionen interessiert, weil es zumindest in den nächsten fünf Jahren ohne russische Raketentriebwerke nicht auskommen kann, wie The New York Times (NYT) schreibt.

    Lediglich fünf Monate sind vergangen, seitdem der US-Kongress wegen der Ukraine-Ereignisse dem Pentagon verboten hatte, russische Raketentriebwerke zu kaufen. Nun plädiert die amerikanische Militärbehörde für eine Milderung der Sanktionen in diesem Bereich. Das US-Verteidigungsministerium kaufte seit 2000 bei Russland Triebwerke, die bei Starts von US-amerikanischen Kriegs- und Aufklärungssatelliten zum Einsatz kommen.

    „Das Pentagon erklärt, dass zusätzliche russische Triebwerke zumindest in den nächsten einigen Jahren nötig sein werden, damit die höchsttechnologischen Kriegs- und Aufklärungsgeräte ins All geschossen werden können“, schreibt NYT.

    Die Erklärungen des US-Verteidigungsministeriums stießen auf einen harten Widerstand seitens der Kongressmitglieder, die auffordern, die Unabhängigkeit von Russland im Weltraumbereich zu minimieren. Die Militärbeamten konnten jedoch beim Nationalen Geheimdienstdirektor der USA, James Clapper, und den beiden einflussreichsten Auftragnehmer des US-Verteidigungsministeriums – Boeing und Lockheed Martin – Unterstützung finden.

    Im Mai hatten US-Verteidigungsminister Ashton Carter und der Nationale Geheimdienstdirektor James Clapper in einem Schreiben an die Kongressleute erklärt, dass das Pentagon auf „beträchtliche Schwierigkeiten“ bei der Sicherstellung des Zugangs der USA zum Weltraum stoßen werde, sollte das Verbot für den Kauf der russischen Triebwerke bestehen bleiben.

    Das Repräsentantenhaus des US-Kongresses hatte im Dezember 2014 eine Gesetzesänderung von Senator McCain angenommen, die einen völligen Verzicht auf die russischen Raketentriebwerke RD-180 bis 2019 vorsieht. Eine Ausnahme ist der bis 2019 geltende Vertrag zwischen dem Konsortium ULA (ein Joint Venture der beiden größten US-Waffenbauer Boeing und Lockheed Martin) und dem russischen Unternehmen NPO Energomasch, das hauptsächlich auf die Entwicklung und Produktion von Raketentriebwerken spezialisiert ist. Der US-Kongress hat 220 Millionen US-Dollar für die Entwicklung neuer amerikanischer Triebwerke bereitgestellt.

    Die russischen RD-180-Triebwerke werden in der ersten Stufe der amerikanischen Atlas-Raketen verwendet. Die US-Industrie stellt  vorerst keine Pendants her. Das Konsortium ULA (United Launch Alliance) konkurriert mit der Privatfirma SpaceX, die ein eigenes Triebwerk entwickeln will.

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    Tags:
    Sanktionen, Atlas-Rakete, Raketentriebwerk RD-180, Lockheed Martin, Energomash, ULA, New York Times, SpaceX, US-Verteidigungsministerium, Boeing, US-Kongress, Pentagon, James Clapper, John McCain, Ashton Carter, USA, Russland