13:33 31 März 2020
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    Das US-Außenministerium hat Russland erneut vorgeworfen, den Vertrag über die Vernichtung der Raketen mit mittlerer und kürzerer Reichweite (INF) zu verletzen. Laut Medien erwägt das Pentagon als Antwort auf Russlands angebliche INF-Verstöße die Stationierung von bodengestützten Raketen in Europa.

    Russland verletze den INF-Vertrag weiter, heißt es in einem Bericht des US State Departments, der am Samstag im Kongress eingebracht wurde. Laut US-Angaben hält Russland den INF-Vertrag seit zwei Jahren nicht mehr ein. Russland weist den Vorwurf zurück und fordert konkrete Fakten.

    Die Agentur AP hatte zuvor Auszüge aus einem Bericht von US-Generalstabschef Martin Dempsey veröffentlicht, wonach die US-Administration die Stationierung von bodengestützten Raketen in Europa und Asien in Erwägung ziehe, die auf russische Atomraketen abgezielt werden sollen. Laut russischen Experten wäre dies ein Schritt in Richtung eines dritten Weltkrieges.

    In letzter Zeit werfen sich Russland und die USA gegenseitig die Entwicklung von Waffen vor, die von dem 1987 geschlossenen Vertrag verboten sind. Im März sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow, Moskau habe den USA mehrmals „konkrete Konsultationen“ angeboten, um von der amerikanischen Seite Fakten statt der „unbegründeten Anschuldigungen“ zu bekommen. Vorerst ist es allerdings nicht zu solchen Kontakten gekommen.

    Raketensystem Topol
    © Foto : Russian Defense Ministry / Sergei Krivov
    Mit dem 1987 geschlossenen Vertrag verpflichteten sich die USA und die damalige Sowjetunion, ihre Raketen mittlerer (1000 bis 5.500 Kilometer) und geringer (500 bis 1000 Kilometer) Reichweite vollständig zu vernichten und keine neuen zu bauen. 1991 wurde der Vertrag vollständig erfüllt.  Der Vertrag verbietet anderen Staaten nicht, solche Raketen zu haben.

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    Tags:
    INF-Vertrag, Pentagon, Sergej Lawrow, Martin Dempsey, USA, Moskau, Russland