23:43 27 Januar 2020
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    Neue Waffen für russische Armee (670)
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    Ein bewaffneter Roboter ist einem Zeitungsbericht zufolge in Russland entwickelt worden. Experten klären über mögliche Spionage- und Kampfeinsätze auf, aber auch über Vor- und Nachteile solcher Waffensysteme. Unterdessen wird bereits an einem unbemannten Panzer getüftelt.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Mittwoch berichtet, hat das russische Unternehmen OAO 766 UPTK einen Kampfroboter auf Gleisketten entwickelt. Dieser hat ein Zwillings-MG sowie weitere Vorrichtungen, deren Funktion nicht bekannt gegeben wird. Die Zeitung verglich sie äußerlich mit Gondeln eines Flugzeugs. Das russische Verteidigungsministerium, dem der Entwicklungsbetrieb untergeordnet ist, wollte den Bericht nicht kommentieren.

    Der russische Waffenexperte Alexej Ramm sagte dem Blatt, es handle sich vermutlich um eine modulare Mehrzweck-Konstruktion: „Falls der Roboter für Ausklärungszwecke zum Einsatz kommen soll, könnten diese ‚Gondeln‘ entsprechende Aufklärungs- und Signalausrüstungen aufnehmen. Der Roboter könnte beispielsweise vor einer Militärkolonne fahren, um diese Ausrüstungen zu platzieren und gegnerische Verstecke zu entdecken. Ausgehend von ihren Abmessungen könnten die ‚Gondeln‘ außerdem gelenkte Panzerabwehr-Raketen, Vorrichtungen für eine ferngesteuerte Minenlegung oder noch etwas enthalten.“

    Der bei Moskau ansässige Hersteller hatte zuvor bereits zwei robotisierte Kettenfahrzeuge für die Streitkräfte entwickelt. Eines davon hat den Codenamen Uran-6, ist 6,5 Tonnen schwer und entschärft Minen. Das andere Fahrzeug (Uran-14) löscht dort Brände, wo die Gefahr einer Explosion besteht. Nun kommt also eine dritte Version – diesmal mit Waffen. 

    Der Militärexperte Igor Korotschenko hält solche Entwicklungen für ziemlich aussichtsreich: „Ein solcher Roboter könnte gedeckt vorrücken, ein Ziel erfassen und seine Waffen einsetzen – beispielsweise Granatwerfer, deren Installierung möglich wäre. Die Effizienz solcher Militärtechnik hängt immer von der konkreten Situation ab. Der Roboter könnte entweder zusammen mit Soldaten oder alleine zum Einsatz kommen. Die Amerikaner steuern ihre Drohnen von Luftwaffenbasen aus. Wir sollten diese Optionen auch anstreben.“

    Der Einsatz autonomer Fahrzeuge ist aber auch mit Problemen verbunden. Der Militärexperte Viktor Murachowski erläutert: „Es gibt mehrere Gründe, warum Kampfroboter noch nicht in Dienst gestellt wurden. Die zentrale Frage ist: Wer soll über einen Angriff mit Waffen entscheiden? Niemand in der Welt hat bislang gewagt, diese Entscheidung einer künstlichen Intelligenz zu übertragen. Und wenn ein Mensch dafür zuständig ist, braucht er einen absolut sicheren Verbindungskanal mit dem Roboter, was vorerst im Sinne der Sicherheit zweifelhaft erscheint, wenn die Konfliktparteien zur elektronischen Kampfführung greifen. Und noch etwas: Falls der Computer des Roboter durch ein gegnerisches Projektil oder durch einen Splitter beschädigt wird, wird er sozusagen verrückt und könnte auch für die eigenen Soldaten gefährlich werden.“

    Weiterlesen: Panzer Armata soll noch stärker werden: „Russland immer einen Schritt voraus“

    Medienberichten zufolge soll auch der neue russische Panzer Armata T-14 künftig eine unbemannte Version bekommen. An einem ferngesteuerten Panzer hatten bereits sowjetische Forscher in den 1980er Jahren getüftelt. Nach dem Zerfall der UdSSR wurden diese Arbeiten jedoch für viele Jahre aufgegeben. Murachowski sagte: „Wir haben zwar Steuerungs-Algorithmen und Ansätze, um diese Aufgaben zu lösen. Nötig wären aber neue elektronische Komponenten und modernere Software. Bei solchen Waffensystemen wären die Entwicklungsarbeiten deutlich billiger als bei bemannten Kampffahrzeugen wie beispielsweise der Panzer Armata.“

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    Roboter, Uran-6, Uran-14, Armata, OAO 766 UPTK, Alexej Ramm, Igor Korotschenko, Viktor Murachowski, Russland