03:07 20 April 2018
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    Aerosol-Schleier soll russische Militärtechnik vor US-Raketen schützen

    © Sputnik / Vadin Zhernov
    Militär
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    In Russland ist eine Anlage entwickelt worden, mit der schnell eine Aerosol-Wolke zum Verstecken von Militärtechnik vor gegnerischen Raketen erzeugt werden kann. Die geplanten russischen Raketenzüge sollen unterdessen wirksamere Mittel zur elektronischen Kampfführung bekommen.

    Der russische Hersteller UIMC, der zur Staatsholding Rostec gehört, hat nach eigenen Angaben eine neue Anlage entwickelt, um Militärtechnik vor gelenkten Luft-Boden-Raketen aus US-amerikanischer Produktion zu schützen.

    „Die Anlage Sont (dt. Regenschirm) ermöglicht den Schutz vor Laser- und Infrarot-gelenkten Raketen des Typs Maverick sowie vor gelenkten Artilleriegranaten des Typs Copperhead. Bei einem drohenden Angriff wird die Militärtechnik von einem Aerosol-Schleier verdeckt“, sagte am Mittwoch ein Sprecher des Unternehmens.

    Die neue Anlage sei in der Lage, die gegnerischen Angriffswaffen „praktisch augenblicklich“ zu entdecken und einen Schutz aus allen Richtungen zu sichern. Der Aerosol-Schleier bleibe lang genug über dem geschützten Objekt hängen. Nach dem Einsatz lasse sich die Anlage schnell wieder laden, hieß es.

    Wie der Sprecher erläuterte, hat das experimentelle Modell ein Fahrwerk wie bei einem Mannschaftstransporter. Die Anlage lässt sich aber auch auf ein anderes gepanzertes Kampffahrzeug oder auf ein Auto montieren.

    Der Konzern KRET, ebenfalls Teil der Holding Rostec, tüftelt unterdessen daran, wie der sogenannte Eisenbahn-Raketenkomplex geschützt werden soll, und zwar im Sinne der elektronischen Kampfführung. Bei diesem Komplex handelt es sich um einen Zug, der mit Startvorrichtungen ausgestattet ist, um Interkontinental-Raketen abzufeuern.

    Wladimir Michejew, Sprecher des Konzerns, erläuterte am Mittwoch: „Der Zug soll vor gegnerischen Aufklärungsmitteln und Waffen geschützt werden. Auch die von ihm mitgeführten Raketen brauchen diesen Schutz, denn im Fall ihres Einsatzes sollen sie die Raketenabwehr des Gegners überwinden.“

    Wie es hieß, brauchen die Raketen für diese Zwecke Täuschkörper und Störsender: „Daran wird gearbeitet. Unsere Institute beschäftigen sich damit. Die Ergebnisse sollen dem für den Bau des Eisenbahn-Raketenkomplexes Zuständigen vorgelegt werden.“

    Solche Raketenzüge hatten seinerzeit den sowjetischen Streitkräften zur Verfügung gestanden. Ihr wichtiger Vorteil bestand darin, dass die Startvorrichtungen wie gewöhnliche Kühlwagen aussahen und von oben schwer zu erkennen waren.

    Im postsowjetischen Russland wurden diese Waffensysteme ausgemustert. Im Jahr 2013 teilte das Verteidigungsministerium jedoch mit, dass das Programm neugestartet wird – diesmal auf neuer technologischer Basis. Dies gilt als Reaktion auf das US-Rüstungsprogramm Prompt Global Strike. Ein Vorentwurf liegt bereits vor. Jeder Raketenzug soll sechs ballistische Raketen des Typs RS-24 Jars tragen.

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    Tags:
    Prompt Global Strike, Waffen, Copperhead-Granaten, Maverick-Rakete, Anlage Sont, RS-24, UIMC, Rostec, Wladimir Michejew, Russland