04:07 18 Dezember 2017
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    Ungarns Luftwaffe: Zustand katastrophal

    © AP Photo/ Katsuhiko Tokunaga, Katsuhiko Tokunaga
    Militär
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    Der Zustand der ungarischen Luftstreitkräfte ist einfach nur katastrophal, wird auf der Website der Bratislavaer Zeitung „Sme“ unter Hinweis auf den ehemaligen Verteidigungsminister Ungarns, Imre Szekeres, berichtet, der dies am Mittwoch auf Facebook schrieb.

    „Die Regierung hat die für den Ankauf von Treibstoff für Kampfflugzeuge bestimmten Mittel, für die Durchführung verschiedener Feierlichkeiten verschwendet“, betonte der Ex-Leiter der Verteidigungsbehörde. Genau das ist seiner Meinung der Grund für den katastrophalen Zustand der ungarischen Luftstreitkräfte.

    Seiner Ansicht zufolge führt der mangelnde Treibstoff dazu, dass die Piloten von Kampfflugzeugen weniger Zeit in der Luft verbringen. 
    Als Anlass für die Erklärung des früheren Ministers diente der sich wenige Tage zuvor ereignete Absturz eines Mehrzweck-Kampfflugzeuges vom Typ Saab JAS-39 Gripen. Es handelt sich bereits um die dritte derartige Havarie in den vergangenen drei Monaten, als Maschinen der ungarischen Luftwaffe abgestürzt waren.

    Nach Angaben des ungarischen Internetportals Origo wird der Wert des Flugzeuges auf knapp 13,8 Milliarden Forint (umgerechnet etwa 50 Millionen US-Dollar) geschätzt. 

    Ende März war ein Kampfjet vom Typ Saab JAS-39 Gripen auf dem Flugplatz der ostslowakischen Stadt Kosice (Kaschau) notgelandet. Die Maschine war bei einer Militärübung in Schweden eingesetzt gewesen und kehrte in ihren Standort zurück. Nur durch ein Wunder konnte sich der Pilot retten. 

    Ende Mai katapultierte sich die Besatzung eines Kampfjets desselben Typs bei einer Landung auf dem Militärflugplatz im tschechischen Caslav (Tschaslau) mit dem Schleudersitz, wodurch eine internationale Militärübung für 24 Stunden abgebrochen werden musste.

    Schließlich baute eine Saab JAS-39 Gripen Ende der vorigen Woche auf dem Gelände der ungarischen Basis Kecskemét eine Bruchlandung. Der Pilot konnte sich im letzten Augenblick mit dem Schleudersitz retten, wurde aber dabei verletzt.   

    Wie der Ex-Verteidigungsminister via Facebook schrieb, hätten Piloten von Kampfflugzeugen knapp 1.000 Flugstunden jährlich weniger als nötig hinter sich. Brigadegeneral Csaba Ugrik, der Kommandant des Fliegerstützpunktes in Kosice, wo die JAS-39 Gripen stationiert sind, hätte in diesem Jahr lediglich etwa acht Flugstunden gehabt, betonte Szekeres. 

    „Obwohl die ungarische Luftwaffe die bei Schweden in Pacht genommenen Kampfjets JAS-39 Grippen bereits neun Jahre nutzt, ist es wegen mangelhafter Finanzierung bisher nicht gelungen, sowohl Bomben als auch andere Waffen für diese Maschinen zu besorgen“, hatte die Budapester Tageszeitung „Magyar Nemzet“ zuvor berichtet.

    Tags:
    Imre Szekeres, Schweden, Ungarn
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