10:57 27 November 2020
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    Streit um Mistral-Kriegsschiffe (93)
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    In Russland ist ein universales hubschraubertragendes Schiff entwickelt worden, das die französische Mistral ersetzen soll. Das teilte ein Vertreter der russischen Rüstungsindustrie am Freitag am Rande der Messe “Armee 2015” der Agentur RIA Novosti mit.

    Für das Projekt zeichnet das staatliche Schiffbau-Forschungszentrum „Alexej Krylow“ aus St. Petersburg verantwortlich. Die Wasserverdrängung des neuen Hubschrauberträgers, der den Namen „Lawina“ tragen könnte, soll bei 24 000 Tonnen liegen. Zum Vergleich: Die Wasserverdrängung des Mistral-Schiffs beträgt 21 000 Tonnen. 

    Moskau und Paris verhandeln immer noch über die Übergabe des ersten Mistral-Schiffes, können sich aber nicht einigen.

    Zudem hat das Konstruktionsbüro „Newskoje“ aus St. Petersburg ein Landungsschiff (möglicher Name: „Priboi“) mit einer Wasserverdrängung von 14 000 Tonnen entwickelt. Das wäre ebenfalls eine Alternative für die Mistral-Schiffe.

    Die „Lawina“ soll eine Höchstgeschwindigkeit von 22 Knoten erreichen. Bei 18 Knoten soll ihre Fahrtweite bei 5000 Meilen liegen. Sie könnte eine Besatzung von 320 Mann und bis zu 500 Landungssoldaten bzw. 50 Schützenpanzerwagen an Bord nehmen. 

    Weiterlesen: Französische Softwarefirma will Russland Mistral-Analogon nachbauen helfen

    „Das Projekt sieht die Stationierung von 16 Hubschraubern an Bord vor, darunter von Mehrzweck-Hubschraubern Ka-27, Transport- und Kampfhubschraubern Ka-29 und Angriffshubschraubern Ka-52K“, so der Rüstungsmanager.

    Zudem könnte das Schiff bis zu sechs Landungsbooten (Projekt 11770 Serna) oder bis zu sechs Landungs- und Sturmbooten Raptor (Projekt 03160) an Bord nehmen. Die „Lawina“ soll mit Artillerieanlagen AK-176M und AK-630M-2 Duet sowie mit Fla-Raketenkomplexen Panzyr ausgerüstet werden.

    Die russische Waffenexportbehörde Rosoboronexport hatte 2011 mit dem französischen Konzern DCNS/STX den Kauf von zwei Mistral-Schiffen vereinbart. Das erste Schiff, das den Namen „Wladiwostok“ tragen sollte, hätte Frankreich im November 2014 liefern sollen. Im Dezember sagte der französische Premier Manuel Valls, dass der Deal noch nicht gescheitert sei. Moskau verlangt von Paris entweder die beiden Schiffe oder eine Entschädigung. Zuvor hatte der Befehlshaber der russischen Marine, Admiral Viktor Tschirkow, erklärt, alle Landungsschiffe sollten bis 2050 durch neue ersetzt werden.

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