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14:09 12 November 2019
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    Russland erschließt Arktis

    Russen loben Arktis-Erschließung, Kommando Nord bekommt neues Gerät

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    Die meisten Russen halten die Erschließung der Arktis trotz hoher Ausgaben für gerechtfertigt und vorteilhaft. Der zuständige Minister informiert, wieviel Energievorräte der russische Kontinentalschelf birgt. Forscher basteln unterdessen an technischen Vorrichtungen, um die Militärpräsenz hinter dem Polarkreis zu sichern.

    Rund zwei Drittel der Russen gehen davon aus, dass der breite Zugang zum Nordpolarmeer dem Land viele Vorteile bringt. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts FOM.

    Jeder zweite  Befragte sagte, dass die hohen Ausgaben für die Erschließung der arktischen Gebiete gerechtfertigt seien. Nur 26 Prozent antworteten, man gebe dieses Geld lieber für andere Zwecke aus. Nach Ansicht von 68 Prozent der Befragten ist die Gewinnung von Bodenschätzen in der Region zulässig. 56 Prozent räumten allerdings ein, dass sie selbst keine Lust hätten, die Arktis zu besuchen – nur für 37 Prozent wäre eine solche Reise wünschenswert.

    Die Onlinezeitung arctic-info.ru zitierte am Freitag den russischen Energieminister Alexander Nowak mit den Worten, die Arktis sei ein künftiger Schwerpunkt der russischen Öl- und Gasbranche. Vorerst bestehe die Aufgabe darin, die dortigen Lagerstätten zu erkunden: „Man muss klären, was es dort gibt.“ Die reale Erschließung beginne in 15 bis 20 Jahren, hieß es. Die Vorräte am Kontinentalschelf im russischen Teil der Arktis schätzte der Minister auf rund 100 Milliarden Tonnen Öleinheiten.

    Im Laufe der FOM-Umfrage wurden die Russen auch gebeten, die vorrangigen Aufgaben der kürzlich gegründeten Staatskommission für die Entwicklung der Arktis zu skizzieren. Genannt wurden Umweltschutz (46 Prozent), Förderung der Seetransporte entlang der arktischen Küste (38 Prozent), Organisation der Öl- und Gasgewinnung (31 Prozent), aber auch Unterstützung und Ausbau der russischen Militärpräsenz in der Region (29 Prozent).

    Russland ist derzeit dabei, manche arktische Militärstandorte aus der Sowjetzeit wiederaufzubauen. Dabei geht es nicht nur darum, neue Militärtechnik dorthin zu liefern. Die Aufgabe ist komplizierter. Wie Igor Wostrjakow vom militärischen Forschungsinstitut für materiell-technische Versorgung mitteilte, sollen die Truppen etwa spezialisierte Tankwagen und mobile Outdoor-Küchen bekommen.

    „Diese technischen Mittel sind dafür geeignet, die Soldaten des strategischen Kommandos Nord mit warmer Kost und Brot zu versorgen, sowie dafür, Wasser und Treibstoff bei extrem niedrigen Temperaturen zu transportieren“, so Wostrjakow. Wie es hieß, sollen die Vorrichtungen ein Kettenfahrwerk haben und in der Lage sein, selbst bei 60 Grad Kälte zu funktionieren und unwegsames Gelände zu überwinden.

    Auch das neue Wachsystem für die Armee, das vom Hersteller Strelez entwickelt wurde, soll bei minus 50 Grad funktionsfähig bleiben, um unter anderem in arktischen Standorten zum Einsatz zu kommen. „Wir haben ein System von Vibrations-Armbändern entwickelt, die insbesondere für die Bewachung von Militärdepots verwendet werden können (…) Der Sensor am Armband signalisiert, wenn der Wachsoldat eine bestimmte Zone verlässt oder 40 Sekunden lang unbeweglich ist“, sagte am Freitag Sergej Lewtschuk, Geschäftsführer des Unternehmens.

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    Jedes Armband habe ein Modul des russischen Navigationsnetzes GLONASS, um zu sehen, wo der Soldat sich im Moment befinde. Dies ermögliche Kontrollen in 50 Kilometer Entfernung von der zuständigen Kommandozentrale. Das System sei selbst gegen die elektromagnetische Strahlung bei einer Atomexplosion resistent. Die Entwicklung habe die staatlichen Tests bestanden und stehe mittlerweile dem Verteidigungsministerium zur Verfügung, hieß es.

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    Erdgas, Erdöl, Meinungsforschungsinstitut FOM, GLONASS, Sergej Lewtschuk, Igor Wostrjakow, Arktis, Russland