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07:00 23 September 2019
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    Ein nuklearer Sprengkopf

    Auf die Plätze, fertig, los! Nukleare Aufrüstung – ein Wettlauf zur Katastrophe?

    © Sputnik / Sergei Kazak
    Militär
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    Der Abbruch des Dialogs im Bereich der nuklearen Abrüstung wird zu einer Katastrophe führen, wie Eduard Lozansky, der Präsident der Amerikanischen Universität in Moskau und Gründer des World Russian Forums im US-Kongress, in einem Gastbeitrag bei „The Nation“ schreibt.

    Falls Washington und Moskau den Dialog über Rüstungskontrolle und nukleare Sicherheit nicht fortsetzen werden, habe die Welt mit katastrophale Folgen zu rechnen, schreibt Eduard Lozansky in der Zeitschrift The Nation. Er weist darauf hin, dass der Konflikt zwischen den beiden Ländern einen kritischen Punkt erreicht habe. Die Vereinigten Staaten beschuldigen Russland des Vertragsbruchs bei der Beseitigung der Kurz- und Mittestreckenraketen (in Kraft seit 1988), Moskau seinerseits habe allen Grund zu glauben, dass die NATO de facto den Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) gebrochen hat. Außerdem habe Washington mehrmals angekündigt, in Europa Raketenabwehrsysteme zu stationieren.

    „Als Ergebnis könnte ein neues und noch unberechenbareres nukleares Wettrüsten beginnen. Der einzige Weg,  ein Horrorszenario zu vermeiden, ist ein direkter Kontakt zwischen den amerikanischen und den russischen Experten, um für beide Seiten akzeptable Lösungen zu finden. Doch dies ist noch nicht geschehen", schreibt der Publizist.

    Eduard Lozansky erinnert daran, dass im Rahmen des Neustarts der Beziehungen zwischen beiden Ländern, der während der ersten Amtszeit von Barack Obama vollzogen wurde, die 21. Arbeitsgruppe gebildet wurde. Das Spektrum der zu behandelnden Themen war breit, aber in erster Linie konzentrierten sich die Experten  auf  Fragen der Rüstungskontrolle, Cyber-Sicherheit und militärischen Zusammenarbeit.

    Amerikanische B61-Nuklearbomben
    © Foto : US Department of Defense / SSGT Phil Schmitten
    Aber unter dem Druck der Gesetzgeber, die Russland "bestrafen" wollten, befahl Obama inmitten der Ukraine-Krise den Arbeitsprozess in fast allen Bereichen auf Eis zu legen. "Das waren höchst umstrittene Handlungen. Sie haben nicht nur Russland beeinflusst, sondern auch die internationale Sicherheit geschwächt, einschließlich der der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten."

    Eine große Anzahl amerikanischer hochrangiger Kernphysiker, so Lozansky, beharrten darauf, dass die Beendigung der Zusammenarbeit mit Russland ein sehr gefährlicher Irrtum sei. "Die russisch-amerikanische Zusammenarbeit ist absolut erforderlich, besonders im Hinblick auf die seit langem bestehenden Probleme der nuklearen Sicherheit, wie beispielsweise die Gefahr eines Atomschmuggels und Nuklearterrorismus. Darüber hinaus wird sie (die Aufrechterhaltung des Dialogs, d. Red.) dazu beitragen, die Verbreitung von Kernwaffen zu beschränken ", zitiert er Siegfried Hecker, den ehemaligen Direktor der National Laboratory des US-Energieministeriums in Los Alamos.

    Nach Ansicht des Autors ist es eine Lebensfrage, wessen Meinung zu Atomwaffen für die Amerikaner überzeugend erscheint – die der Politiker, oder spezialisierter Fachleute? Lozansky führt die Ergebnisse einer Umfrage in den Vereinigten Staaten an, laut der nur 38 Prozent der Befragten die Außenpolitik von Präsident Barack Obama befürworten, während 51 Prozent mit ihr unzufrieden sind. Hinsichtlich der Maßnahmen des Kongresses, welcher den Großteil der russlandfeindlichen Initiativen in Gang setzt, sind sich nur 17% der Amerikaner sicher, dass der Gesetzgeber seinen Aufgaben gerecht wird.

    "Es scheint, als ob die Amerikaner klüger sind, als ihre Politiker. Wenn das der Fall ist, sollte Obama die bilateralen Kontakte der russisch-amerikanischen Gruppen neu knüpfen lassen, und zwar in erster Linie derjenigen Expertengruppen, die sich mit der Kontrolle der Atomwaffen beschäftigen", so Lozansky.

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    Tags:
    Cybersicherheit, Atomwaffen, Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE), NATO, Barack Obama, Eduard Lozansky, USA, Russland