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    Armata soll Panzer-Modernisierung weltweit ankurbeln

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    Nachdem Russland seinen neuen Panzer Armata gezeigt hat, schenken auch andere Länder ihren schweren Kampffahrzeugen mehr Aufmerksamkeit. In diesem Zusammenhang betrachten Experten auch Indiens Pläne, einen neuen Panzer entwickeln zu lassen. Bisher waren die indischen Versuche einer selbständigen Modernisierung auf diesem Gebiet wenig erfolgreich.

    Der Militärexperte Maxim Schepowalenko von der russischen Denkfabrik CAST sieht eher schwarz für das neue Panzer-Projekt der indischen Streitkräfte. Er sagte der Onlinezeitung gazeta.ru, die Inder seien immer bestrebt, das Unvereinbare zu vereinbaren: „Es gelingt ihnen nicht, ein Entwicklungsmodell für ihre Panzerindustrie zu wählen. Im Gegensatz zu ihnen hat etwa China in Sachen Panzerbau russische Panzer als Ausgangspunkt gewählt und arbeitet nun an deren Weiterentwicklung. Die Inder suchen dagegen hektisch nach einer Lösung, um alle abzuhängen. So geht es jedoch nicht.“

    Indien hatte kürzlich einen Großaustrag für die Entwicklung eines neuen Panzers angekündigt. Dieser soll den T-72 aus russischer Produktion ablösen. Hersteller aus aller Welt werden eingeladen, sich bis zum 31. Juli zu melden. Den gewünschten neuen Panzer bezeichnen die Inder vorläufig als Future Ready Combat Vehicle.

    Indiens Versuche, einen eigenen Panzer zu entwickeln waren bisher nicht besonders erfolgreich. Seit 1972 wurde an dem mehr als 60 Tonnen schweren Arjun gebastelt. Die Lieferungen an die Armee begannen aber erst 2004. Im Moment stehen nur 124 Panzer dieses Typs dem Heer zur Verfügung. Nahezu 80 Prozent davon sind nach Angaben der „Defence News“ kaum einsatzbereit, und zwar wegen zahlreicher Defekte und mangelnder Import-Ersatzteile. Dafür verfügen die indischen Streitkräfte über mehr als 3.000 Panzer aus russischer Produktion – meistens T-72. 

    Nun prognostizierte Schepowalenko, Russland werde sich auch um den neuen Auftrag bewerben: „Indien und Algerien zählen derzeit zu den wichtigsten ausländischen Auftraggebern der russischen Panzerindustrie.“

    Der Experte vermutete, die jüngste öffentliche Demonstration des modernsten russischen Panzers T-14 Armata habe die Inder beeindruckt und zusätzlich dazu bewogen, ihre Panzerbestände ebenfalls zu erneuern.

    Auch in einer Analyse von VICE News wurde die Vermutung geäußert, dass der T-14 die Modernisierungspläne anderer Länder beeinflussen wird. Der russische Panzern wurde dabei als eine der „originellsten Panzer-Konstruktionen seit mehr als 20 Jahren“ gelobt.

    Wie es im Kommentar hieß, rücken Panzer erneut ins Visier von Militärführungen als wichtige Waffen, obwohl sie nach dem Kalten Krieg etwas in Vergessenheit geraten waren. In diesem Zusammenhang wurden auch die Pläne der USA kommentiert, schwere Waffen in Osteuropa zu stationieren: „Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg beteuerte, es handle sich um kein neues Wettrüsten. Er sagte vor Journalisten, man erneuere lediglich die militärischen Fahrzeuge, um den neuen Bedrohungen zu entsprechen. Dies fiel wohl in magischer Weise mit dem Debüt des neuen russischen Panzers zeitlich zusammen.“

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    Tags:
    T-14-Panzer, T-72-Panzer, Panzer, Armata, Denkfabrik CAST, Maxim Schepowalenko, USA, China, Russland