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03:36 15 Oktober 2019
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    Jens Stoltenberg

    Nato-Chef: „Russland ist sich seiner Stärke sicher“

    © AP Photo / Massoud Hossaini
    Militär
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    Die Nato hat laut Generalsekretär Jens Stoltenberg mit einem Russland zu tun, das sich seiner Stärke sicher ist. Die Allianz-Mitglieder empfinden dadurch aber keine Angst.

    Russland verletze das Völkerrecht und setze Gewalt ein, um seine Grenzen zu verschieben, sagte Stoltenberg in einem Interview mit der Deutschen Welle.

    Im Zeitalter des Kalten Krieges „hatten wir Angst vor einem Atomkrieg und vor einer riesigen Sowjetunion in der Nähe von Norwegen“, so Stoltenberg. „Wir fühlten uns aber in Sicherheit, weil Norwegen ein Nato-Mitglied ist. Und wir waren uns dessen sicher – wie eben auch heute –, dass, wenn etwas mit Norwegen geschieht, sowohl die Nato als auch die USA uns schützen werden.“ Diese Zuversicht sei bis heute geblieben.

    Die Welt befinde sich momentan nicht in einem neuen Kalten Krieg, so Stoltenberg weiter:

    „Damals gab es der Warschauer Pakt, und es gab die Nato. Es war ein globaler Konflikt und eine Konfrontation von zwei Ideologien. Es war ein gefährlicher, aber auch ein stabiler und vorhersagbarer Zustand. Nun sind wir mit neuen Bedrohungen konfrontiert. Das sind der Islamische Staat, Gewalt und Konflikte im Irak, in Syrien und in Nordafrika.“

    Zwischen der Analyse der Situation und der Schilderung von Bedrohungen für die Nato müsse ein Gleichgewicht gehalten werden, so Stoltenberg weiter. Man sollte nicht die Gefahren aufbauschen und die Situation dramatisieren: „Wir sehen keine unmittelbare Gefahr, denn die Nato ist das stärkste Verteidigungsbündnis aller Zeiten.“

    Russland erwähne immer öfter seine Nuklearwaffen als Teil der Verteidigungsstrategie. „Unsere Antwort ist von Verteidigungscharakter. Sie ist angemessen und entspricht internationalen Verträgen.“ Die Nato habe bereits die Gefechtsbereitschaft ihrer Kräfte und die militärische Präsenz an der Ostgrenze der Allianz erhöht. Moskau verfüge derzeit über eine besser ausgerüstete und ausgebildete Armee, fügte er hinzu.

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    Tags:
    Kalter Krieg, Atomwaffen, NATO, Jens Stoltenberg, Nordafrika, Syrien, Irak, Norwegen, USA, Russland