17:20 16 Juni 2019
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    Hubschrauber mit Atombombe: „U-Boot-Killer“ aus Sowjetzeit soll wiederkommen

    © Foto: Russian Helicopters
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    Russland will einen amphibientauglichen Hubschrauber aus der Sowjetzeit modernisieren. Er kann auf Wasser landen und bei Bedarf Atomwaffen tragen, um gegnerische U-Boote zu zerstören. Der mögliche Einsatz im Zivilbereich ist ebenfalls aussichtsreich – darunter auch bei der Erschließung der Arktis.

    Die Holding Russian Helicopters will die Produktion des amphibientauglichen Hubschraubers Mi-14 wiederaufnehmen. Ein Sprecher des Unternehmens erläuterte: „Das ist ein Mehrzweck-Hubschrauber, der auf Wasser landen, starten und gesteuert werden kann (…) Falls potentielle Auftraggeber Interesse bekunden, ist die Holding bereit, die Maschine unter Verwendung modernerer Entwicklungen zu modernisieren und die Herstellung wiederaufzunehmen. Dieser Hubschrauber könnte die Möglichkeiten der Katastrophenschutz- und Rettungsdienste deutlich erweitern sowie im Auftrag der Kriegsmarine zum Einsatz kommen.“

    Die auf Mi-8T-Basis entwickelte Mi-14 war im Zeittraum von 1973 bis 1986 in der Wolga-Stadt Kasan gebaut worden. Insgesamt wurden damals 273 Maschinen in mehreren Modifikationen hergestellt. Sie fanden sowohl im Zivil- als auch im Militärbereich Verwendung. Zu den Importeuren zählen Kuba, Bulgarien, Vietnam, die DDR, der Jemen, Libyen, Syrien, Äthiopien und Jugoslawien.

    Falls nun wieder eine Nachfrage besteht, soll die Produktion ebenfalls in Kasan beginnen. Die Tageszeitung „Komsomolskaja Prawda“ kommentierte: „Die Mi-14 ist in der Lage, rund um die Uhr und bei jedem Wetter gegnerische U-Boote zu suchen und sie bei Bedarf zu zerstören. Die Maschine hat eine beispiellose Besonderheit, und zwar einen bootsartigen Boden mit Schwimmkörpern und einem einziehbaren Fahrwerk. Die Maschine konnte ein U-Jagd-Torpedo, Wasserbomben oder eine nukleare 1-Kilotonne-Wasserbombe tragen. In den 1990er Jahren wurde der Hubschrauber jedoch außer Dienst gestellt.“

    Die Zeitung schrieb weiter: „Einigen Hinweisen zufolge hat Russland damals unter Druck der westlichen Lobby auf den Hubschrauber verzichtet: Die Maschine war zu gut, die Konkurrenten konnten Russland nicht abhängen und griffen zu allen Mitteln.“

    Wie die russische Wochenzeitung „WPK“ schreibt, wäre die modernisierte Mi-14 insbesondere für Einsätze in der Arktis gut geeignet:

    „Die Maschine wird bei Temperaturen bis minus 50 Grad sicher zum Einsatz kommen. Sie lässt sich ohne Hangars einsetzen und ist ziemlich leicht zu warten. Einfachere Reparaturarbeiten sind auch bei extremen Wetterbedingungen möglich.“

    In diesem Zusammenhang zitierte das Blatt den Chef von Russian Helicopters, Alexander Michejew, mit den Worten: „Den Neustart der Mi-14-Produktion haben wir im Hinblick auf die aktuellen Programme zur Arktis-Erschließung vorgeschlagen.“ Tatsächlich nimmt Russland seine arktischen Gebiete derzeit stärker ins Visier. Dort werden Flugplätze und  Häfen saniert und gebaut sowie Militärstandorte eingerichtet.

    Die Pläne für die Mi-14-Herstellung erregen inzwischen auch im Ausland Aufsehen. Das in Japan ansässige Online-Magazin „The Diplomat“ bezeichnete die Maschine in seinem jüngsten Artikel als „nuklear bestückbaren U-Boot-Killer“.

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    Tags:
    Hubschrauber, Mi-14, Russian Helicopters, Alexander Michejew, Russland, UdSSR