05:42 14 November 2019
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    Atombombe B61

    Russischer General: USA wollen ihre Hegemonie nun auch mit Atomwaffen durchsetzen

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    Die Vereinigten Staaten von Amerika setzen wieder auf Atomwaffen, um ihre globale Machtstellung zu verteidigen – damit kommentierte Leonid Iwaschow, einst hoher Mitarbeiter im russischen Verteidigungsministerium und heute einer der angesehensten Militärexperten, die neue US-Militärstrategie und die Modernisierung der amerikanischen Kernwaffen.

    Die National Nuclear Security Administration hat im Juli gemeinsam mit der US-Luftwaffe erstmals die neue Atombombe B61-12 getestet. Die Weiterentwicklung der meistgebauten amerikanischen Atombombe wurde ohne Sprengkopf auf das Testgelände Tonopah im westlichen Bundesstaat Nevada abgeworfen. In diesem Jahr soll die neue Kernwaffe noch zweimal getestet werden.

    „In der neuen Modifikation ist die Bombe besser lenkbar und präziser geworden“, kommentierte Iwaschow, Doktor der Geschichte und Präsident der Moskauer Denkfabrik „Akademie für geopolitische Probleme“, in einem Sputnik-Interview. Nach seinen Worten sind sich die Vereinigten Staaten im Klaren, dass ihre Vorherrschaft nicht mehr ohne Atomwaffen zu verteidigen ist. Deshalb modernisieren sie ihre Atomwaffenbestände.

    „Amerikanische Generäle und Politiker erwähnen in ihrer Rhetorik immer öfter Atomwaffen“, so der Experte weiter. Nach seinen Angaben hatte die US-Führung im Jahr 2001 ihre Atomwaffenprogramme auf Eis gelegt. Anstelle der Atomwaffen traten das Programm des „weltweiten Schnellschlags“ (Prompt Global Strike) und Präzisionswaffen auf den Plan.

    Doch in den letzten drei bis vier Jahren schenken die Amerikaner den Atomwaffen wieder Aufmerksamkeit. Denn für sie werde es wieder gefährlich, Kriege allein mit konventionellen Waffen zu beginnen. Das umso mehr, weil „in der Welt ein zweiter Macht-Pol entsteht“, sagte der General i.R. mit Blick auf die Gipfel von BRICS und SOZ in Ufa.

    Die USA bangen um ihre Führungsposition und fürchten die Konkurrenz des aufstrebenden Orients. „Deshalb hat der US-Kongress im Februar dieses Jahres eine neue Strategie der nationalen Sicherheit angenommen. Darin wird angekündigt, dass die USA die unipolare Welt und die Interessen ihrer Nation an jedem Ort weltweit mit Gewalt verteidigen werden. Anfang Juli nahmen die USA eine neue Militärstrategie an. Die These von der militärischen Gewalt zieht sich da wie ein roter Faden durch“, so Iwaschow.

    Russland, das im neuen amerikanischen Strategiekonzept als Hauptbedrohung eingestuft ist, hat laut Iwaschow sowohl militärische als auch politische Hebel, um eine angemessene Antwort darauf zu geben. Auf amerikanische Atomraketen in Europa sollte Russland mit der Aufstellung eines Schiffsverbandes oder einer Flugzeugstaffel in der Nähe des US-Staatsgebiets reagieren. Nur wenn es einen Abschreckungsfaktor gäbe, würden sich die Amerikaner an den Verhandlungstisch setzen.

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    Tags:
    Bedrohung, Atomwaffen, Testgelände Tonopah, B61, NNSA, US-Kongress, Verteidigungsministerium Russlands, Leonid Iwaschow, USA, Russland, Nevada