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18:51 22 Juli 2019
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    Tu-160-Bomber

    Neue Bomber für Russland: „USA werden besorgt sein“

    © Sputnik / Vladimir Fedorenko
    Militär
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    In Russland wird das Triebwerk für einen neuen Langstreckenbomber entwickelt. Der Erstflug ist 2023 möglich. Unterdessen soll die Produktion der bewährten Tu-160-Bomber wieder beginnen – ein Experte klärt über deren Vorteile auf und prognostiziert eine nervöse Reaktion der USA.

    Die russische Triebwerkbau-Holding UEC arbeitet nach eigenen Angaben bereits an einem Triebwerk für den geplanten neuen Langstreckenbomber, der vorerst als PAK DA bezeichnet wird. „Das Triebwerk wurde technisch gestaltet. Es wurde mit der Fertigung von Baugruppen für ein Triebwerk zur Demonstration begonnen“, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des Unternehmens.

    Wie Unternehmenschef Wladislaw Massalow bestätigte, liegt die technische Aufgabe für das Triebwerk bereits vor: „Das Verteidigungsministerium hat im April einen Kompressor für das PAK DA-Projekt gewählt. Dies ermöglichte uns, die Arbeit aufzunehmen.“

    Der Erstflug mit diesem Triebwerk soll laut Massalow 2023 oder 2024 stattfinden. Auch Luftwaffenchef Viktor Bondarew hatte zuvor von einer Indienststellung im Jahr 2023 gesprochen. Der neue Bomber soll unter der Schallmauer fliegen und die Aufgaben der jetzt zur Verfügung stehenden Maschinen Tu-160, Tu-95MS und Tu-22M3 übernehmen.

    Aber auch die Tu-160-Produktion soll wieder beginnen, und zwar nach einer grundlegenden Modernisierung. Nach Angaben des stellvertretenen Verteidigungsministers Juri Borissow soll der bewährte Bomber sein äußeres Erscheinungsbild zwar behalten, dabei aber eine neue „Füllung“ bekommen. Seine Effizienz soll dadurch um 150 Prozent steigen. Das Verteidigungsministerium will mindestens 50 solche Bomber kaufen. Derzeit verfügen die Streitkräfte über 16 Tu-160.

    Sergej Filipenkow, Dozent an der russischen Luftfahrt-Uni MAI, kommentierte: „Nach ihren erfolgreichen Flugtests in den Jahren 1987 und 1988 hatte die Tu-160 für Spannungen zwischen der Sowjetunion und den USA gesorgt. Denn sie war dem B-1-Bomber überlegen. Und die B-2 war im Vergleich zur Tu-160 nur in Bezug auf die Tarnkappentechnik besser. In Sachen Reichweite, Geschwindigkeit und Raketenwaffen war die russische Maschine wiederum im Vorteil. Mit ihren beispiellosen Parametern zählt sie bisher zu den besten Bombern der Welt.“

    Der Experte erläuterte, welche Modernisierung nötig wäre: „Vor allem brauchen die Maschinen neue Avionik, neue Radarsysteme und neue Raketen. Mit den Triebwerken gibt es keine Probleme. In Sachen Aerodynamik ist das Flugzeug dank seiner Schwenkflügel nach wie vor einmalig (…) Mit Luftbetankung ist die Maschine in der Lage, bis zu 30 Stunden in der Luft zu bleiben. Selbst für gute Satellitenbeobachtungs-Systeme ist sie ziemlich schwer zu orten.“

    Filipenkow sagte weiter im Hinblick auf die geplante Tu-160-Produktion: „Ich denke, die USA werden wieder besorgt sein, obwohl es sich um eine verhältnismäßige Reaktion der russischen Führung auf die zugespitzte internationale Lage handelt. Damit die Amerikaner wissen, dass wir auch Weltklasse-Langstreckenbomber als Abschreckungssysteme haben.“ 

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    Tags:
    Waffen, B-2, B-1 Lancer, Tu-22M3, Tu-95MS, Tu-160, Sergej Filipenkow, Juri Borissow, Viktor Bondarew, Wladislaw Massalow, USA, Russland