17:39 23 August 2017
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    Schiff der Mistral-Klasse

    Experte: Paris kann Mistral an Brasilien verkaufen

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    Der Verkauf der Mistral-Kriegsschiffe an Brasilien ist laut dem Militärexperten von The National Interest Robert Farley realistischer, als die von Experten genannten Varianten von Deals mit Kanada, China oder den USA.

    Dies sei damit zu erklären, so Farley, dass Brasilien und Frankreich bereits eine langjährige Beziehung im Bereich des Militärgeschäfts haben.
    Im Jahr 2000 kaufte Brasilien den französischen Flugzeugträger „Foch“, der nach der brasilianischen Metropole São Paulo umbenannt wurde. Auf dem Flugzeugträger wurden Jagdbomber A-4 Skyhawk stationiert.

    Im Jahr 2012 war auf dem Flugzeugträger ein Brand ausgebrochen, zurzeit werde er überholt. Es sei nicht bekannt, in welchem technischen Zustand sich das Schiff, das mehr als ein halbes Jahrhundert alt sei, befinde. Auch nach der Überholung werde dies schwer einzuschätzen sein, wie der Militärexperte betont.

    Ein neuer amphibischer Hubschrauberträger würde Brasilien in den Küstengewässern eine führende Rolle in jeder Krisensituation verleihen — sei es bei zivilen oder militärischen Angelegenheiten, so Farley.

    Brasilien und die anderen südamerikanischen Länder seien von den USA abhängig, insbesondere bei Rettungseinsätzen auf See. Ein Schiff  des Typs "Mistral"  würde als eine Art Kommandozentrale dienen können, um den Verlauf  von Seeoperationen direkt auf dem Meer zu beobachten.

    Darüber hinaus würde die „Mistral" Brasilien ermöglichen, Offensiven durchzuführen und im Einklang mit den Trends der Militärtechnik in der Welt zu bleiben. Denn dem Trend, Schiffe für die Seekriegsführung zu bauen, folgen viele Länder — von Japan bis Russland, sagt Robert Farley.

    Das Haupthindernis jedoch sei der Preis der Mistral. Paris und Washington sollten gut nachdenken, wie sie das Problem mit der „Mistral" lösen wollen, falls sie „nützliche maritime Partner“ in Südamerika für sich gewinnen wollen, betonte der Militärexperte.

    Russland hatte 2011 in Frankreich zwei Hubschrauberträger Mistral im Gesamtwert von 1,2 Milliarden Euro bestellt. Die USA stemmen sich gegen den Deal. Das erste Kriegsschiff, die „Wladiwostok“, hätte im November 2014 an die russische Kriegsmarine übergeben werden sollen. Der Termin wurde unter dem Vorwand des Ukraine-Konflikts abgesagt. Ende November ließ Hollande die Auslieferung wegen der Ukraine-Krise bis auf weiteres aussetzen. Nun weiß Frankreich nicht, was es mit den Kriegsschiffen anfangen soll. Es gehen Gerüchte um, dass die Mistrals an Drittländer verkauft, demontiert oder sogar versenkt werden können.

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    Tags:
    A-4 Skyhawk, Mistral, Flugzeugträger „Foch, The National Interest, Robert Farley, USA, Frankreich, Russland, China, Kanada, Brasilien
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