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    Iran-Deal entkräftet Argumente für US-Raketenabwehrsysteme in EU - Nobelpreisträgerin

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    Die Stationierung von Raketenabwehrsystemen in Europa dient laut den Vereinigten Staaten dem Schutz vor der iranischen Gefahr. Nun ist diese Begründung in „Scherben zerplatzt", wie die Friedensnobelpreisträgerin Helen Caldicott in einem Gespräch mit Sputnik sagte.

    „Die sinnlose und irreführende Erklärung für die Stationierung von US-Abwehrsystemen in Europa ist nun (nach der Einigung mit dem Iran, d. Red.) in Scherben zerplatzt“, sagte Caldicott.

    In der Nacht zum Dienstag hatten der Iran und die Sechsergruppe eine historische Einigung über die Regelung des langjährigen iranischen Atomproblems erzielt. Die Verhandlungen gingen mit der Annahme eines gemeinsamen umfassenden Aktionsplans zu Ende, dessen Umsetzung die Aufhebung aller bisher vom UN-Sicherheitsrat, den USA und der EU verhängten Sanktionen gegen den Iran nach sich ziehen soll.

    „Das Raketenabwehrsystem, wie damals behauptet wurde, ist gegen eine mögliche Aggression seitens Iran stationiert worden, doch wie erklären die glorreichen Vereinigten Staaten die Gründe für all die aggressive Technologie jetzt, nachdem es eine Einigung mit dem Iran gibt?“, betonte die Expertin.

    Die Entfaltung des US-Raketenabwehrsystems in Europa unter dem Vorwand des Schutzes vor der vom Iran ausgehenden Gefahr stellt in letzter Zeit eines der ernsthaftesten Probleme in den Beziehungen zwischen den USA und Russland dar. Washington behauptet, dass der US-Raketenschild nicht gegen Russland gerichtet sein würde, weigerten sich aber, juristische Garantien dafür zu geben.

    Zuvor äußerte Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Hoffnung, dass die USA ihre Pläne zum Aufbau des europäischen Segments der Raketenabwehr nach der Erlangung einer Einigung mit dem Iran korrigieren würden. „Russland erklärt sich zu einem Dialog bei diesem Thema bereit.“ Lawrow erinnerte daran, dass US-Präsident Barack Obama am 5. April 2009 in Prag erklärt habe, dass das europäische Segment der Raketenabwehr nach der Erlangung einer Einigung mit Teheran nicht mehr nötig sein werde. „Wir hoffen darauf, dass die US-Kollegen sich daran erinnern und ihre Pläne entsprechend ändern“, sagte der russische Chefdiplomat.

    Helen Caldicott war die Gründungspräsidentin der amerikanischen Organisation „Physicians for Social Responsibility", die dem Schutz der Gesellschaft vor der Bedrohung durch Atomwaffen und des globalen Klimawandels gewidmet war.

    Im Jahr 1985 erhielt sie mit der Organisation „Internationale Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges“ (IPPNW) einen Friedensnobelpreis für „sachkundige und wichtige Informationsarbeit“, die das Bewusstsein über die „katastrophalen Folgen eines Nuklearkrieges“ in der Bevölkerung erhöhte. Die US-amerikanische Forschungs- und Bildungseinrichtung Smithsonian Institution bezeichnete sie als „eine der mächtigsten Frauen des 21. Jahrhunderts“.

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    Atomprogramm, Raketenabwehr, Physicians for Social Responsibility (PSR), Internationale Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges (IPPNW), Sergej Lawrow, Helen Caldicott, USA, Iran