20:29 10 Dezember 2019
SNA Radio
    S-300

    Experte: Russland könnte Iran mit verbesserten S-300PMU2-Raketen versorgen

    © Sputnik / Michail Fomitschjow
    Militär
    Zum Kurzlink
    Lieferung russischer S-300-Flugabwehrraketen an Teheran (44)
    4718
    Abonnieren

    Russland kann den Iran mit Flugabwehrsystemen S-300PMU2 mit verbesserten taktisch-technischen Eigenschaften beliefern, so der Direktor des Zentrums für Analyse des Weltwaffenhandels, Igor Korotschenko.

    Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Sputnik unter Berufung auf eine Quelle im iranischen Verteidigungsministerium berichtet, dass die zwischen dem Iran und der Sechsergruppe (UN-Vetomächte plus Deutschland) erreichte Atom-Einigung den Zugang zu moderneren Raketenabwehrsystemen als die S-300-Systeme öffnen kann. Nach Angaben aus iranischen Regierungskreisen verbietet die Atom-Vereinbarung nicht die Lieferung von diesen Raketenabwehrsystemen an den Iran, dennoch ist der genaue Termin noch nicht festgelegt worden.

    „An den Iran kann die fortgeschrittene Version S-300PMU2 mit verbesserten taktisch-technischen Daten geliefert werden. Die Komplettierung dieses Raketenabwehrsystems wird ausgehend von den Forderungen des Auftraggebers und den Besonderheiten des Kriegsschauplatzes bestimmt“, so Korotschenko.

    Die Aussagen aus dem iranischen Verteidigungsministerium deuten darauf hin, dass Teheran eine der modernsten Versionen der S-300-Raketen bekommen will.

    „Dabei sollte Teheran verstehen, dass der Kauf von einem bzw. zwei S-300-Komplexen nicht die Aufgabe zur Schaffung eines komplexen Raketenabwehrsystems löst. Falls sich der Iran ernsthaft Gedanken über seine Sicherheit macht, sollte er sich nicht auf einen Vertrag beschränken, sondern den Erwerb der russischen Lang-, kurz- und Mittelstrecken-Flugabwehrsysteme sowie der dazu passenden Radaranlagen zum Aufbau eines einheitlichen Radarfeldes und automatisierter Steuerungssysteme zur Bearbeitung der Informationen und Zielanweisungen für die Feuermittel der Flugabwehrsysteme erörtern“, so Korotschenko.

    Russland und der Iran hatten 2007 einen Vertrag zur Lieferung von S-300-Systemen im Wert von rund 900 Millionen US-Dollar geschlossen. Doch nach dem Beschluss von Iran-Sanktionen durch den UN-Sicherheitsrat legte der damalige Präsident Dmitri Medwedew den Raketendeal auf Eis. Iran reagierte mit einer Klage gegen Russland vor einem internationalen Schiedsgericht und forderte 4,2 Milliarden US-Dollar zurück. Derzeit verhandeln die Seiten über die Rücknahme der Klage.

    Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete im April einen Erlass, der das Verbot für die Lieferung dieser Raketen an den Iran aufhebt. Der Präsidentenberater für militärtechnische Kooperation, Wladimir Koschin, teilte im Juni mit, dass Moskau und Teheran einen Vertrag zur Lieferung der S-300-Systeme vorbereiten. Wie ein hochrangiger russischer Rüstungsmanager im Juni der Nachrichtenagentur RIA Novosti mitteilte, könnten die S-300-Systeme für den Iran aus dem Bestand des Verteidigungsministeriums genommen werden, weil ihre Produktion in Russland mittlerweile eingestellt wurde.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Lieferung russischer S-300-Flugabwehrraketen an Teheran (44)

    Zum Thema:

    Außenpolitiker: Über S-300 für Iran sind nur potentielle Angreifer besorgt
    Russische S-300-Raketen machen US-Luftangriff auf Iran unmöglich - Zeitung
    Teheran: Lieferung von S-300-Systemen an Iran wird Stabilität in der Region festigen
    Grünes Licht für S-300-Raketen – Iranische Experten loben Putins Entscheidung
    Tags:
    S-300, Wladimir Putin, Igor Korotschenko, Moskau, Russland, Iran